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Ein
ganzes
Volk leistet Widerstand! |
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(Quelle: www.jungewelt.de vom 20.8.2004, zugesandt von K.-H. Siegert - www.fufor.de.vu) Kampf gegen US-Besatzung: Falludscha - befreite Stadt? "Jungewelt" sprach mit Awni
Al Kalemij, Sprecher der Irakischen Patriotischen Allianz
(Interview: Werner Pirker) Frage: Die irakische Widerstandsbewegung macht sich zunehmend bemerkbar. Wie läßt sich die gegenwärtige Lage beschreiben? Die Situation ist sehr brisant. Sie hat sich eindeutig zuungunsten der Besatzungsmacht entwickelt. Das führte nicht nur in den USA zu gesteigerter Nervosität. Gegenwärtig bemüht sich die EU, die islamischen Staaten und die Arabische Liga in ihre Befriedungsstrategie einzubinden und sie zu Hilfsleistungen für die USA zu bewegen. Diese Länder verhalten sich auch keineswegs solidarisch mit den irakischen Widerstandskräften und bringen bei jeder Gelegenheit ihr Bedauern über die militärischen Aktionen gegen die Besatzer zum Ausdruck. Doch diese Worte verhallen ungehört auf den Straßen Iraks. Täglich finden 30 bis 40 Anschläge statt. Die Opferzahlen der US-Armee sind wesentlich höher als von den Amerikanern zugegeben wird. Frage: Es gibt sehr unklare Vorstellungen über die Kräfte, die den Widerstand tragen. Wer dominiert ihn tatsächlich? Ich sage Ihnen: Das ganze Volk leistet Widerstand. Natürlich sind nicht alle am bewaffneten Kampf beteiligt, sondern nur jene, die dazu befähigt sind. Die Amerikaner sprechen von 30 000 bis 50 000 bewaffneten Akteuren. Es sind mehr. Die Baath-Partei hatte sich schon lange auf einen Guerillakrieg vorbereitet und die materiellen Voraussetzungen dafür geschaffen. Ihr standen das Geld und die Waffen zur Verfügung. Es war das Volk, das sich zum Kampf entschlossen hatte. Doch die Baath-Partei hat die Bedingungen dafür geschaffen. Am Widerstand beteiligen sich aber noch viele andere Parteien, darunter Formationen, die dem früheren Regime äußerst feindlich gegenüberstanden. Frage: Vor allem Falludscha ist zu einem Symbol des Volkswiderstandes geworden. Die Amerikaner behaupten, in Falludscha hätten sich die Al-Qaida-Führer verschanzt. Aber warum sind sie dann nicht hineingegangen und haben sie verhaftet? Weil der militärische Widerstand dort so stark war, daß sie nicht hineingehen konnten. Deshalb haben sie sich dafür entschieden, die Stadt aus der Luft anzugreifen und Hunderte Zivilisten zu töten. Doch auch dabei sind sie gescheitert. Heute kann man Falludscha eine befreite Stadt nennen. Frage: Inzwischen sind auch die Schiiten in Bewegung geraten. Hat der Befreiungskampf die religiösen Animositäten vergessen gemacht? Als Muqtada Al Sadr seine Milizen in Marsch setzte und diese in den schiitischen Städten ihre Macht entfalteten, gingen viele Sunniten nach Nadschaf, Kerbela, Nassirija und andere Orte, um an der Seite der Schiiten zu kämpfen. Es gibt eine spontane Verbrüderung im Kampf. Frage: Der neue Held des Widerstandes heißt Muqtada Al Sadr. Was halten Sie von ihm? So, wie er jetzt handelt, verdient er unseren Respekt. Wir hoffen, daß er auch weiterhin die Besatzung konsequent bekämpft. Frage: Die Irakische Patriotische Allianz ist eine politische, keine bewaffnete Organisation. Sie bemüht sich um die Einberufung einer konstituierenden Versammlung, aus der ein neuer unabhängiger Irak hervorgehen soll. Gibt es Erfolge in dieser Richtung? Seit dem Fall von Bagdad im April 2003 treten wir für die Bildung einer breiten politischen Front aller Unabhängigkeitskräfte ein. Das ist natürlich eine sehr schwere Aufgabe. Bisher stehen wir mit einer Menge kleiner Gruppen in engem Kontakt. Die vielen Differenzen politischer und weltanschaulicher Natur zu überbrücken und einen Konsens zu finden, das ist ein langwieriger Prozeß. Zudem agieren wir unter Bedingungen der Illegalität, was die Kommunikation extrem schwierig macht. Frage: Ihre Allianz hat bereits einmal versucht, eine nationale Front aufzubauen. Gegen Saddam Hussein Das war nicht von Erfolg gekrönt. Und diesmal? Damals konnten wir keinen gemeinsamen Nenner finden. Zu unterschiedlich waren die ökonomischen, politischen und ideologischen Vorstellungen über einen befreiten Irak. Doch über unser nunmehriges Hauptziel bedarf es keiner großen Diskussionen. Das besteht im Sieg über die Besatzungsmacht und dem Wiederaufbau eines unabhängigen Irak. |
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Anmerkung der WFG-Schriftleitung: Das obige Interview
bestätigt den Eindruck den wir selbst während
unseres Irak Aufenthaltes im letzten Jahr (2003) gewonnen haben.
Der
nationale Widerstand gegen die Besatzer geht vom ganzen Volk, quer
durch
alle Religionen und ethnische Bevölkerungsgruppen, und nicht nur
von
"Rebellen und Terroristen" aus. Die Iraker fühlen sich
offensichtlich
erst dann befreit, wenn ihre "Befreier" den Irak verlassen haben.
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