Zurück



Saddam Hussein zum Krieg gegen den Iran



In letzter Zeit wird wiederholt anläßlich der "Hinrichtung Saddams" von verschiedenen Seiten behauptet, Saddam wäre ein Agent der US-Amerikaner gewesen und diese hätten auch den Krieg gegen den Iran finanziert.  Umso Aufschlußreicher ist die Pressekonferenz, welche Saddam Hussein 1980 zu den Hintergründen des Iran-Irak Krieges abgehalten hat.  Wir sind in der glücklichen Lage unseren Lesern eine Übersetzung dieser Pressekonferenz im Original hier veröffentlichen zu können (bitte beachten Sie auch unseren Nachtrag unter der Pressekonferenz):






(Quelle: Broschüre - Dar al Ma´mun für Übersetzung und Publikation - Bagdad 1982)



Pressekonferenz des Präsidenten Saddam Hussein zum Krieg gegen den Iran im Jahr 1980

Vorwort

Von der Erfahrung lernen... in den Krieg gegen die Feinde der Araber ziehen und dabei vergangene Kriege gegen die Feinde der Araber im Gedächtnis tragend... planen und umplanen... das Schlimmste in Betracht ziehen und Unabhängigkeit gegenüber Ost und West behaupten... im Kampf fortfahren bei gleichzeitigen Entwicklungsprogrammen...

In diesem Geist hielt der Präsident mit arabischen und internationalen Vertretern von Nachrichtenmedien eine Pressekonferenz ab.  Den Nagel auf den Kopf treffend und ohne auf den Busch zu klopfen, behandelte der Präsident eine Reihe von Fragen, um die irakische Position gegenüber dem Krieg mit dem Iran klarzustellen.

Die pan-arabischen Interessen an erster Stelle stehend waren die Antworten jedesmal sachbezogen und taten hoffentlich der Wißbegierde vieler Vertreter der internationalen Nachrichtenmedien Genüge, welche nach Bagdad kamen, um selbst herauszufinden, wie die Iraker in der Atmosphäre des Krieges leben.

Die Araber werden in diesem Teil der arabischen Heimat zu neuem Leben erwachen.  Der Irak ist mehr als bereit, den Hauptstoß aufzufangen und im Namen aller Araber zu kämpfen, wenn ein bösartiger Feind sein Schlangenhaupt hin und wieder erhebt.

Dennoch hegt der Irak keine habgierigen Gelüste nach dem Territorium anderer.  Die Anerkennung der legitimen Rechte des Iraks bedeutet das Ende des Krieges mit dem Iran.

Krieg heißt Verlust für beide Seiten.  Trotzdem sind die Iraker gewillt, Opfer zu bringen, wenn es um die Frage der Würde und nationalen Ehre geht.  Der Verlust an vitalen Energiequellen für den übrigen Teil der Welt sollte nicht dem Irak angelastet werden.  Internationale Vermittlung auf jeglicher Basis ist akzeptiert, vorausgesetzt, daß die grundlegenden Rechte des Iraks geschützt werden.

Der Herausgeber





Frage: Hat Ihrer Meinung nach der Krieg länger gedauert, als der Irak es erwartete?
Wie können Sie den Erfordernissen eines langen Krieges gerecht werden?  Hat die Sowjetunion ihre Verpflichtungen gemäß den zwischen Ihnen unterzeichneten Freundschafts- und Kooperationsabkommen erfüllt?  Hat Frankreich seine Verträge eingehalten?
Welche Ergebnisse und Ziele hatte der Besuch des Herrn Vizepräsidenten Tarik Aziz in Moskau und Paris? 
Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Qatar, Frankreich, Großbritannien, Jordanien, Saudi-Arabien, Holland, aus der Schweiz und den USA.

Präsident: Herzlich Willkommen, arabische Brüder und Freunde!  Willkommen ist jeder, der die Wahrheit in ihrer menschlichen und allgemeinen Seite kennenlernen will.
Was den Krieg angeht, und ob wir glauben, daß der Krieg lange oder nicht lange dauern wird - so suchen Sie sicher durch diese Frage aus verschiedenen Absichten heraus nach einem grundsätzlichen Punkt!
Wird der Irak seinen militärischen Sieg beibehalten, wenn der Krieg lange dauert?
Kann er die politischen Ansprüche realisieren, durch welche seine Souveränität und Würde unverletzt bleiben und die Souveränität, Würde und Sicherheit der Araber unterstützt werden?
Auf diese Frage antworten wir: Die Araber führten mehrere Kriege in der modernen Zeit.  Sie wurden zu diesen Kriegen, einschließlich zu dem Krieg mit dem Iran, der am 4. September dieses Jahres ausbrach, gezwungen.  Die Kriege, die die Araber gegen die Feinde der arabischen Nation, besonders gegen den israelischen Feind, durchführten, trugen viele schmerzliche Erlebnisse in sich, aber auch Erinnerungen, die wir sehr schätzen.  Jeder vernünftige Araber, der von sich sagen kann, er besitze an erster Stelle Verantwortungsgefühl, sollte die Erfahrung der Araber im modernen Zeitalter studieren und daraus Lehren ziehen, die ihm bei seinem Kampf helfen.  Der Irak und die irakischen Männer sind diejenigen, die im Vordergrund stehen und die alte und neue Geschichte ihrer Nation studieren sollen.  Sie sollen aus dieser Geschichte reichliche Lehren ziehen und jede Wendung der Geschichte verfolgen.  Jene, welche die Araber, und sie sind selbst ein Teil von ihnen, bei den Kriegen mit dem israelischen Gebilde kritisieren, sollten diesen Punkt beachten, wenn sie sich zur Konfrontation des hochmütigen Feindes entscheiden, falls dieser sie zwingt, Krieg zu führen.  Diese Lehre sollte ihnen vor Augen stehen.

Wir als Araber, ich spreche nicht nur als Iraker, und mit Ausnahme derjenigen, die die arabische Staatsangehörigkeit tragen und dennoch böse Absichten hegen, betrachten die Erfahrung des Krieges gegen den dreiseitigen Feind 1956 als unsere Erfahrung, auch die Erfahrung des Krieges 1967 zwischen Syrien, Jordanien und Ägypten einerseits und mit Israel andererseits.  Der Oktoberkrieg 1973 - Syrien und Ägypten in der geographischen Vorderlinie und der Irak mit seinem bekannten militärischen Gewicht auf der einen Seite und Israel auf der anderen Seite - wird auch als unsere Erfahrung betrachtet.  Alle diese Kriege sind reich an Lehren im positiven und negativen Sinn.

Es kann für uns keine Entschuldigung sein, daß wir den Feind vom Osten oder vom Norden erwartet haben, während er vom Westen oder Süden kam.  Oder wir meinten, daß der Feind seine Reserve nicht in einer Woche konzentrieren könnte, während er es in fünf Tagen tat.

Auch ist es kein Grund für einen Mißerfolg, wenn wir unsere Reserven für zwei Monate ausreichend einschätzen würden, während der Krieg aber vier Monate andauert.  Infolgedessen könnten wir den Feind nicht besiegen.  Daß wir nicht genau rechnen, ist kein Grund.
Deshalb sagen wir Ihnen offen und ehrlich, daß wir mit unseren Schätzungen, die den neuen Feind betreffen, zufrieden sind.  Dieser Feind hat uns zum Krieg gezwungen und wir nahmen ihn mit Ehre an.  Unsere Schätzungen sind immer noch zutreffend.  Doch die sich zu unserem Nutzen ergebenen Vorteile auf der irakischen, arabischen und internationalen Ebene sind größer als unsere zu Papier gebrachten Schätzungen, die wir vor unserem Entschluß zum Krieg unternahmen.  Vielleicht sagen Sie, diese Äußerungen seien nicht präzise.
Denn es kann sein, daß Sie schon von anderen dasselbe gehört haben.  Aber ich frage Sie, nach welcher Zeit Sie fragen?  Zwei Monate sind schon vergangen.  Dieser Krieg ist in der Geschichte der modernen Kriege zwischen zwei Staaten seit dem zweiten Weltkrieg der längste.
Ausgenommen sind die Befreiungskriege, deren Bedeutung und Situation anders ist.  Wir kämpfen seit zwei Monaten gegen den Feind, der eine Rüstungskammer besitzt, welche Amerika und andere Staaten versuchten, wissenschaftlich und technisch entwickelt auszustatten und dem alle Verteidigungs- und Militärplanungen sowie die Erfahrung des Natopaktes vor dem Sturz des Schahs zur Verfügung stehen.  Wir kämpfen seit zwei Monaten.

Seit zwei Monaten entwickeln wir unsere militärische Position und marschieren nach vorn.  Sie haben diesen Krieg einen "langsamen" Krieg genannt.  Erst nannten Sie ihn, ich meine einige von Ihnen, einen "Blitzkrieg".  In der ersten Woche sagten Sie, der Krieg sei ein Blitzkrieg und die Iraker hätten den Krieg ohne Berücksichtigung der Verbindungslinien und der vom Feind unternommenen Verteidigungsmaßnahmen durchgeführt.  Danach haben Sie oder einige von Ihnen uns vorgeworfen, wir wären langsam.  Einige von Ihnen sagten, dies sei sowjetischem Gedankengut entnommen, andere sagten, es käme von westlichen oder östlichen Überzeugungen.  Es ist aber dem irakischen arabischen Glauben, unseren eigenen Erfahrungen entnommen, Brüder!  Den Erfahrungen der Araber, zu denen alle Araber beitrugen, sind diese Ergebnisse entnommen!

Auch diejenigen, die heute schlecht sind, haben einen technischen Beitrag für diese Ergebnisse geleistet, weil sie nun veranlaßten, präziser zu rechnen.  Die Schlechten haben uns nicht überrascht.  Die Guten überraschten uns, denn es waren auf der arabischen und internationalen Ebene mehr als erwartet.  Die Kalkulationen dieses Landes mit seinen Männern, Einrichtungen, seinem Volk, seiner Führung und allen anderen Positionen beruhten ständig auf den ungünstigsten Möglichkeiten, wenn es galt, einer Situation gerecht zu werden.  Dieselben Kreise erwarteten, daß wir mit dem Märzkommunique von 1970 scheitern würden.  Sie glaubten, wir wären ein großes Abenteuer eingegangen und der Irak würde auseinanderbrechen.  Aber die Einheit des Iraks wurde gestärkt, und wir scheiterten nicht.  Dieselben Kreise erwarteten bei dem Verstaatlichungsprojekt einen Mißerfolg.  Wir hatten aber Erfolg.  Sie setzten auf die sogenannten Auseinandersetzungen zwischen dem Zivil und dem Militär ihre Hoffnungen und täuschten sich.  Dieselben Erwartungen hegten sie 1974 bei dem zwölf Monate langen Krieg gegen die Widerstandsnester.  Wir hatten Erfolg und ihre Erwartungen scheiterten.  Dieselben Kreise erwarteten auch, daß wir scheitern würden, bevor sie in der ersten Woche oder in den ersten Tagen des Krieges unter israelischen Einfluß zentrale Anweisungen erhielten.  Wir wußten davon und sprachen darüber in der Führung, daß diese relative Stille der internationalen Massenmedien am Anfang auf die Überraschung zurückzuführen war.  Wir wußten, daß die Massenmedien danach daran arbeiten würden, durch israelische und andere Kreise Zweifel am Irak zu verbreiten.  Denn sie können einen siegreichen Irak und die Auferstehung der arabischen Nation nicht sehen.

Ich spreche nicht von denjenigen unter Ihnen, die Fragen stellen.  Wir sind im Gegenteil dankbar, wenn uns jemand fragt, denn Fragen, Erklärungen und Diskussionen sind Mittel zur Wahrheit.  Aber wir fühlen uns belästigt, wenn jemand fragt, obwohl er die Wahrheit weiß und sich davon entfernt.  Versuchen Sie, an den Abschnitt Abadan-Muhammara, Muhammara-Ahwaz und Ahwaz-Dezful zu fahren.  Sie werden Kilometer lang neu angelegte Straßen sehen.  Die irakischen Zivileinrichtungen hinter der Armee haben diese Straßen gebaut.  Bei uns im Irak kämpft jeder auf seine Weise, der Ingenieur, der Offizier, der Soldat, der Volksmilizionär, der Traktorfahrer, der Bauer, der Künstler, der Schriftsteller, der Journalist, - jeder an seiner Stelle und in seiner Position.  Die Kinder des Iraks, die Sie die Aufgabe des Zivilschutzes leisten sehen, haben ihre große Ehre und großen Anteil am Kampf.  Diese neu angelegten Straßen sind für den Winter gedacht.  Sie wurden angelegt für die durch die Natur oder durch den Menschen möglichen Veränderungen am Dez-Staudamm und Al-Karkha Fluß.  Am 4.9. brach der Krieg aus.  Der persische Feind entfesselte ihn gegen unser Volk und Land.  September ist noch kein Winter.  In der Zeit nach dem 23.9. marschierten unsere Truppen in iranisches Territorium ein.  Die Schlacht begann in weitem Umfang.  Ungefähr eine Woche danach wurde begonnen, Straßen anzulegen, die bis zu den Verwaltungszentren der irakischen Armee reichten, die in Dezful, Ahwaz, Muhammara, Abadan, Qasr Shireen, Mihran und anderen Stellungen kämpfte.
Wenn wir diese Straßen nicht gebaut hätten, würden Sie sicher gesagt haben: "Seht diese Länder der Dritten Welt!  Sie kalkulieren nie wie Großmächte, wie Länder, die ihre Wissenschaft und Technologie beherrschen."
Sie würden sogar sagen: "Seht diese Araber!"  Und gewiß würden Israel und seine Kreise sagen:
"Seht diese Araber!  Sie dachten nicht an den Winter, den Dez-Dam, die anderen iranischen Flüsse, welche durch die Natur oder den Menschen sich ändern können."

Wenn wir Ihnen nun erklären, daß wir Straßen anlegt haben, werden Sie sagen, die Iraker hätten vor, diesen Boden nicht zu verlassen.  Aber wir sagen, Ihnen, daß wir uns nach dem gutbekannten arabischen Sprichwort richten: "Schaffe für dein Leben, als ob du ewig lebst und schaffe für dein Jenseits, als ob du morgen sterben würdest."
Infolgedessen würden es unsere Mütter und die Kinder des Iraks uns nicht verzeihen, wenn wir sagten, es täte uns leid, wir hätten den Winter und die Naturveränderungen nicht berechnen können.  Wir werden deshalb mit Gottes Hilfe so sein wie die Iraker uns vertrauen: präzis, kalkulierend und vernünftig handelnd.  Aus diesem Grund sage ich Ihnen, wir sind für den Krieg gerüstet, wie lange er auch dauern wird.  Wir wünschen, der Krieg hätte nie stattgefunden, nicht aus Furcht und Schwäche, wie verbreitet wurde, sondern aus Verantwortung für die Angelegenheiten unseres Landes, der arabischen Nation und der Menschheit in der Welt.  Bei allunseren Aktionen auf internationaler Ebene können wir die Interessen und die Sicherheit der arabischen Nation und der Menschheit nicht vergessen.  Deshalb wollen wir, daß dieses Gebiet stabil bleibt.  Wir haben mit allen Mitteln versucht, uns aus einer bewaffneten Auseinandersetzung herauszuhalten, denn das Gebiet des Arabischen Golfes ist dadurch besonders betroffen, ein Gebiet, welches für die Interessen der entwickelten Welt und für die Länder der Dritten Welt äußerst wichtig ist.  Leider konnten wir dieses Ziel nicht verwirklichen.  Denn um dieses Gebiet aus Konflikten herauszuhalten, ist nicht nur ein einseitiger Wille notwendig, sondern der Wille der Iraner muß mit unserem übereinstimmen.  Der iranische Wille ist aber bösartig, verantwortungslos und hochmütig.

Die Iraner dachten, sie könnten den Golf-Araber zum Diener machen.  Auf Grund der Größenverhältnisse, ihr Land ist größer als die Golfländer, kamen sie zu der Ansicht, diese Völker müßten den Befehlen der Iraner folgen.  Sie haben den Irak vergessen.  Glaubten sie vielleicht, sie könnten den Irak zu einem Lakeien, zu einem kleinen Satelliten machen?  So stellten sie sich die Beziehungen unter den arabsichen Ländern vor.
Sie vergaßen, daß der Wille des arabischen Menschen, besonders im Irak, erneuert worden ist.  Der Irak allein genügt, um die aus dem Iran kommende bösartige Gefahr abzuwenden, obwohl der Irak nicht allein steht.  Der gute Wille unter den Arabern ist sichtbar geworden.

Ich halte es nicht geheim und hoffe, die Araber sind nicht beleidigt, wenn ich sage, daß diese Initiative uns überrascht.  Ich bitte Sie nicht, die Araber hätten uns Soldaten geschickt, um auf unserer Seite zu kämpfen.  Nein, das haben wir nicht verlangt und niemand hat es getan.  Obwohl es nicht falsch ist, wenn ein Araber seinem Bruder hilft.  Denn wie können wir rechtfertigen, daß die irakische Armee auf der Seite der syrischen Armee kämpfte, wenn es falsch ist, daß der Araber auf der Seite der Araber gegen den Ausländer kämpft, der die Sicherheit, Souveränität, Würde und Ansprüche der Araber verletzt.  Wenn wir die arabischen Bemühungen entbehren können, bedeutet es nicht, wir glaubten, sie wären schlecht und unerlaubt, sondern weil wir mit der Leistung der Iraker bei der Konfrontation dieses bösen Ausländers zufrieden sind.  Wir sind fähig, im Namen der Araber, für die wir die Ehre des Kampfes haben, jeden Iraker für zehn oder mehr Männer kämpfen zu lassen.  Denn wie können wir den Sieg von 13 Millionen Iraker über einen dreifach größeren Feind erklären?  Weil sie die Ehre und Mission der Nation tragen!  Aus diesem Grund sage ich, jeder Araber, gleich wo er sich befindet, hat seinen Anteil an den Ergebnissen dieses Krieges: nicht nur die Iraker, die ehrenvoll gegen den Feind kämpfen.

Die arabische Geschichte und die Gegenwart der arabischen Nation, ausgenommen die Nachteile sind für uns alle ein grundsätzlicher Impuls zum Sieg, wenn wir die Lage mit Verantwortung betrachten.  Er half uns, das eingebildete, verdächtige persische Regime zu besiegen, abgesehen von anderen Dingen.  Als Antwort auf die Frage nach der Dauer des Krieges sage ich, daß uns unsere Kalkulationen uns befriedigen.  Wir werden auch weiterhin fähig sein, den Veränderungen mit der gleichen Haltung zu begegnen, so wie es in den ersten Tagen der Fall war.


Frage: Hat die Sowjetunion ihre Verpflichtungen erfüllt?  Hat Frankreich seine Verträge vollzogen?  Welche Ergebnisse brachte der Besuch von Herrn Tarik Aziz in Moskau und Paris?

Präsident: Wir teilen unsere Beziehungen zu anderen Ländern in Stufen ein.  Wir haben Beziehungen mit Ländern, die im Rahmen der internationalen Beziehungen Freunde genannt werden.  Zu anderen haben wir normale Beziehungen.  Wir haben Beziehungen zu anderen, die Feinde genannt werden.
Frankreich und die Sowjetunion gehören zu ersten Gruppe.  Wir haben zu ihnen ausgedehnte Beziehungen auf dem militärischen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Sektor.  Die Abkommen über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen uns und der Sowjetunion verpflichten uns nicht, die Sowjetunion zu verteidigen, wenn siemit einem fremden Land in einen Konflikt gerät.  Die Sowjetunion ist nicht verpflichtet, uns zu verteidigen, wenn wir mit einem fremden Land zusammenstoßen.  Das gilt auch für unsere Beziehungen mit Frankreich.

Frage: Sie sagten in Ihrer jüngsten Rede in der Nationalversammlung, daß Sie bereit seien, Ihre Truppen von iranischem Boden abzuziehen, wenn der Iran Ihre Rechte anerkennt.  Sie fügten hinzu, daß die Fortsetzung des Krieges für den Irak neben seinen Rechten vor dem Krieg zusätzliche Rechte ergeben wird.
Würden Sie uns eine detaillierte Erklärung der zusätzlichen Rechte geben?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Frankreich, Indien, Kuweit, der Schweiz, Holland, Saudi Arabien, dem Libanon und Jemen.)

Präsident: Welche Details wollen Sie über die zusätzlichen Rechte?
Die Welt hat Kriege erlebt, deren politische Folgen als Beispiel genommen werden können.  Von den Ergebnissen des zweiten Weltkrieges beispielsweise hatte die Seite, die den Krieg verursachte, einen Teil als Konsequenz zu tragen.  Was machen wir mit Leuten, zu denen wir sagen: Das ist Euer Land, bitte schön.  Wir haben Euch militärisch besiegt, aber trotzdem nehmt Euer Land!  Dafür sollt Ihr die festgelegten Rechte der Araber und Iraker den Verträgen und Prinzipien gemäß über die Nichtanwendung von Gewalt auf Kosten der Souveränität der anderen anerkennen.  Wenn sie dieses Angebot ablehnen, sind wir dann verpflichtet, Chomeinis Haupt zu küssen?  Solange wir kämpfen, gehört dieses Territorium zu unseren notwendigen Sicherheits- und Verteidigungsmaßnahmen.  Es ist möglich, daß wir nicht das ganze besetzte Territorium brauchen.  Es könnte sich während des Kriegsverlaufs ergeben, daß wir etwas hinzufügen oder abziehen. 
Aber auf jeden Fall muß der iranische Feind wissen, daß die Fortsetzung des Krieges nicht nach unserer Auffassung, sondern der allgemeinen Auffassung nach zusätzliche Rechte ergibt.  Die Art der zusätzlichen Rechte wird sich aus dem zukünftigen Kriegsverlauf mehr oder weniger herausstellen.  Diese zusätzlichen Rechte können sich in ein oder zwei oder drei Jahren ergeben.  Diese Rechte werden durch die Dauer des Krieges vollkommen geklärt werden.  Es bleibt aber sicher, daß die Männer, die ihr Leben opferten, zusätzliche Rechte beanspruchen können.

Frage: Ist es richtig, daß der Irak nicht alle seine Streitkräfte in dem Krieg gegen den Iran mobiliserte?  Ist es wahr, daß der Irak von der Stärke der iranischen Armee überrascht wurde und deshalb seinen Schlachtplan von einem Blitzkrieg zu einem langwährenden Krieg ändern mußte?  Was halten Sie von der Qualität der Waffen beider Länder?  Wie ist die Moral der Streitkräfte beider Länder?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Österreich, Qatar, Saudi Arabien, Jordanien und Großbritannien.)

Präsident: Ich möchte von dem moralischen Zustand der iranischen Soldaten nicht negativ sprechen, um diejenigen, die vielleicht gut sind, nicht zu beleidigen.  Einige von Ihnen, wie groß dieser Prozentsatz auch ist, sind möglicherweise zu einem Krieg gezwungen worden, den sie nicht wollten, den sie gegen den Irak nicht wollten.  Deshalb sage ich: Die Frage nach dem moralischen Zustand setzt verschiedene Erwägungen voraus.
Dazu gehört:
Wie stark glaubt der Kämpfer an die Richtigkeit seiner Prinzipien, für die er kämpft, und bis zu welchem Grad glaubt er, daß die Führung sein Leben nicht aufs Spiel setzt, sondern durch die Notwendigkeit dazu getrieben wird in Verteidigung dessen, was teuerer als das Blut ist, nämlich, Ehre, Souveränität und patriotische Rechte?  Der moralische Zustand der Kämpfer hängt davon ab, wieweit ihr Vertrauen in die Klugheit und Fähigkeit ihrer Führung geht.  Dann folgen die anderen, sekundären Faktoren, die den moralischen Zustand der Kämpfer bestimmen.  Wie wir erwarteten und wie es deutlich wurde, haben die Iraker eine hohe Moral und einen festen Glauben.  Der Abstand zwischen den Kämpfern und der Führung ist sehr gering und fast nicht vorhanden.  Das bedeutet, es gibt eine echte Kommunikation mit den hohen Positionen un der Führung.  Die Frage nach der Moral verlangt keine komplizierten Berechnungen.  Jetzt, zwei Monate nach Kriegsausbruch, können Tatsachen davon sprechen, wer in einem besseren moralischen Zustand ist.  Eins können wir mit Sicherheit sagen: Die Iraker aller Klassen und Berufsbereiche, Kinder, Frauen, alte Leute und Männer sind bereits, so lange zu kämpfen, bis die erforderlichen Ziele erreicht werden.  Weil der Krieg uns aufgezwungen wurde!

Frage: Welche Meinung haben Sie über die Qualität der von beiden Seiten benutzten Waffen?

Präsident: Unsere Waffen sind gut.  Die Waffen im Iran sind gut.
Beide sind gut.  Beide kommen aus den meistentwickelten Staaten in der Welt.  Unsere Waffen kommen in erster Linie aus der Sowjetunion.  Der Iran bekommt seine Waffen vor allem aus Amerika.  Wir wollen über den Umfang unserer Rüstung und der des Irans nicht sprechen.  Das wichtigste ist, daß die vorhandene Rüstung ausreicht, die Ziele zu erlangen.  Der Rest genügt uns, das gleiche Niveau zu halten.  Die Waffe wird wirksam in der Hand der Männer, die sie benutzen.  Die Waffe an sich wirkt nicht.  Sie wirkt durch die Vernunft und durch das Blut der Männer, die sie benutzen.  Die Waffe in den Händen der Iraker hat ausgezeichnet gewirkt.

Frage: Der Krieg beschränkt sich nicht nur auf das Angreifen militärischer Ziele.  Welche Schäden fügte der Krieg der irakischen Wirtschaft zu?
Wann kann der Irak seinen nationalen Entwicklungsplan fortsetzen?  Wann kann der Irak wieder Öl liefern?  Sind die irakischen Verluste größer als die iranischen?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus England, Qatar, Japan, Österreich, Amerika und Jordanien.)

Präsident: Wir haben wiederholt zu fragen, ob die Alliierten im zweiten Weltkrieg nur die nazistischen Kriegseinrichtungen, d.h. den Soldaten und seine militärischen Ausrüstungen, angriffen oder auch die Apparate und Anlagen, die die Streitkräfte unterstützten?

Es ist selbstverständlich, daß sich das Ausmaß dieser Einrichtungen und Aktivitäten nach freiem Ermessen und durch Veränderung der Umstände vergrößert oder verkleinert.  Trotzdem haben wir nicht angefangen, die die Streitkräfte unterstützenden Ziele und Apparate anzugreifen.  Die Iraner haben damit angefangen.  Sie griffen allen Betrachtungen und Auffassungen gemäß rein zivile Ziele an und entfesselten den Krieg durch das Angreifen bewohnter Städte ohne Voraussetzung und ohne Grund.  Und so griffen die Iraner am 4.9. die Stadt Khanaqin, Mendeli, Zerbatia und die Ölanlagen in Naft Khane an, wie ihre Kommuniques es mit Stolz verzeichnen.

Infolgedessen betrachten wir den 4.9. und nicht den 22.9. als den Tag des Kriegsausbruchs.  Deshalb betrachten wir unseren Beschluß, den Krieg aufzunehmen, als eine Antwort auf einen Krieg, der gegen uns als Folge des iranischen Beschlusses geführt wurde.  Wir nahmen den Krieg auf.  Am 22.9. griffen die Perser zivile Ziele in Basrah, vor allem die Petroleumanlagen, an.  Das haben sie in ihren Kommuniques bestätigt.  Bevor wir darauf antworteten, warnten wir sie vor der Wiederholung solcher Aktionen.  Im anderen Falle würden wir das Gleiche tun.  Sie können in den Kommuniques, die vom Generalkommando der irakischen Streitkräfte bekanntgegeben wurden, und in den offiziellen Kommuniques, die vom iranischen Rundfunk und in der iranischen Nachrichtenagentur veröffentlicht wurden, nachforschen und werden dann erkennen, daß die Iraner mit dem Angriff rein ziviler Ziele angefangen haben.

Vielleicht sagen Sie, daß wir die Städte Dezful und Ahwaz angegriffen haben.  Gut, was sollten wir machen, wenn Chomeinis Armee flieht und sich nicht der irakischen Armee stellt, sondern sich in Dezful und Ahwaz versteckt und von dort anfängt, die irakische Armee zu beschießen?  Wir gaben in solchen Fällen den Bewohnern Zeit und warnten sie durch den Rundfunk davor, den Offizieren und den Wachtruppen Chomeinis das Betreten der Städte zu erlauben sowie sie als Stellungen gegen die irakische Armee zu benutzen.  Wir sagten den Bewohnern, sie sollten die Städte verlassen, wenn sie die Armee nicht daran hindern könnten, weil wir gezwungen seien, den Angriff abzuwehren.  Das ist das, was wir getan haben und was wir auch weiterhin tun werden.

Sie fragen, wann der Irak seinen nationalen wirtschaftlichen und sozialen Plan fortsetzen kann?  Wer sagt Ihnen, daß der Irak seinen nationalen Plan eingestellt hat?  Der Plan läuft weiter.  Heute habe ich das Planungsministerium besucht und mich über den Plan des Jahres 1981 informiert.  Er wird uns zur Zustimmung vorgelegt werden, und mit Gottes Hilfe werden wir ihn durchführen, wenn das Jahr 1981 beginnt, auch wenn der Krieg weiter andauert.  Der Krieg kann uns davon nicht abhalten.
Wir sind nicht nur mit dem Krieg beschäftigt.  Wenn wir uns nur mit dem Krieg beschäftigen würden, ohne die von unserem Land benötigte Entwicklung voranzutreiben, würden wir eine grundsätzliche Absicht erfüllen, die von manchen, welche den Krieg wünschen, im Iran oder außerhalb angestrebt wurde.  Das gilt besonders für Israel und seine Mitläufer.

Sie werden vielleicht danach fragen, was mit den irakischen Atomreaktoren geschah.  Ich sage Ihnen schon jetzt, daß die Männer, die diese Reaktoren gebracht haben, noch bessere bringen können, gleich ob die vorhandenen total oder teilweise zerstört wurden!  Deshalb sage ich, daß Israel eigene Interessen zu diesem Krieg hat und die Iraner dazu antreibt.  Dies erklärt, warum die Iraner auf ihrem bösen Verhalten gegen den Irak und gegen die arabische Nation verharren, nämlich in der Absicht, daß der Irak seine Geduld verliert.  Sie griffen die Wachstationen an der Grenze an.  Das wurde offiziell in den Noten dokumentiert, die von uns mehr als zwölf Mal an die iranische Seite geschickt wurden.

Mehr als vierzig Mal verletzten die iranischen Flugzeuge den irakischen Luftraum.  Das geschah zusätzlich zu den Bomben, die sie auf irakische Kinder und Schulen warfen, indem sie die iranische Niederlassung und die in den iranischen Schulen beschäftigten Offiziellen im Irak einsetzten.  Es gab dem zwischen beiden Ländern unterzeichneten Vertrag gemäß Schulen für die Iraner im Irak und Schulen für die Iraker im Iran.

Unser Jahresplan läuft also weiter.  Es ist selbstverständlich, daß der Plan durch die Ausreise mancher Ausländer zum Teil beeinflußt wird.  In diesem Zusammenhang müssen wir darauf hinweisen, daß die Gesellschaften, die den Krieg als Vorwand nahmen oder gegenüber ihren Verpflichtungen verantwortungslos handelten, in der Zukunft von uns gesondert behandelt werden.  Wir werden die positive Haltung von Gesellschaften und Staaten gegenüber unserem gerechten Kampf nicht vergessen.  Jene, die sich negativ verhielten, werden wir versuchen auch nicht zu vergessen.
Ich sage, wir werden es versuchen, weil wir gegenüber den Arabern schwach sind.  Einige von ihnen schaden uns, und wir vergessen es.

Aber diesmal werden wir uns und die Iraker daran erinnern.  Bei dieser Gelegenheit erwähne ich mit besonderer Achtung und Dank Jugoslawien an erster Stelle, Bulgarien und Japan und die anderen, die ihren Verpflichtungen weiter nachkommen.  Sie wissen, daß die Ölproduktion bei uns eingestellt worden ist.  Aber sagen Sie der ganzen Welt, sagen Sie den Iranern, daß wir die Wiederherstellung der Ölproduktion studieren während wir unsere technischen Maßnahmen vervollständigen!  Wenn wir die Ölproduktion wieder aufgenommen haben, werden sie es merken.  Das ist kein Geheimnis.  Denn das Öl wird hier gefördert und mit Schiffen transportiert.  Das ist bekannt, und wenn es ein Geheimnis wäre, hätten wir es Ihnen nicht gesagt.

Was die Frage nach den meisten Schäden betrifft:
Im Leben gibt es in zahlreichen wichtigen und weniger wichtigen Erscheinungen eine flexible und variable Lage, abhängig von Zeit, Zustand, Person und gesellschaftlicher Klasse.  Aber die feststehenden Dinge sind Souveränität, Würde und nationale Sicherheit als höchste Stufe.
Das Wichtigste ist nicht, wie weit unsere Wirtschaft beschädigt wurde, sondern wie weit wir unsere Würde, Souveränität, Ehre und unsere national-patriotische Sicherheit bewahren müssen.  Die Iraner wollten die irakischen Städte zerstören.  Weil der Abstand zwischen der iranischen Grenze und der Stadt Bagdad 100-120 km beträgt, haben sie sich eingebildet, sie könnten die Stadt Bagdad unter Geschützfeuer nehmen, nachdem sie 60 oder 70 km einmarschiert sind.  Nun aber haben wir sie unter den Hammer genommen und werden auf ihre Köpfe schlagen, bis diese verdorbenen Köpfe wach werden oder bis die iranischen Völker jemanden wählen können, der keinen verdorbenen, sondern einen vernünftigen Kopf hat, - nicht unsertwegen, sondern zum Nutzen der iranischen Völker.  Diese verdorbenen Köpfe haben den Iran zerstört und werden ihn mehr und mehr zerstören, solange der Krieg weitergeht.  Wir sind nicht froh, wenn wir den Iran zerstören.  Aber wenn der Iran unser Feind ist, sind wir glücklich, wenn der Iran zerstört, zerrissen oder zerstückelt wird.  Wenn der Iran aber unser Freund wird, oder wenigstens für sich bleibt und uns in Ruhe läßt, werden wir bemüht sein, den Iran vereinigt und stabil zu sehen.  Vielleicht fragen Sie sich, ob wir für die Zersplitterung oder für die Vereinigung des Irans sind.  Ich sage Ihnen klar: Wir sind für die Zersplitterung, Zerstörung und Unruhe Irans, wenn der Iran ein Feind der arabischen Nation und des Iraks ist.

Diese Äußerung ist vielleicht undiplomatisch.  Aber das ist die Wahrheit in meinem Herzen und Gewissen und im Herzen und Gewissen eines jeden Irakers, eines jeden Arabers, der seine arabische Heimat liebt.
Das ist unsere Haltung allen unseren Feinden gegenüber und selbstverständlich gegenüber dem Iran.
Der Iran selbst und auch die guten Menschen im Iran würden sich sicherlich um Freundschaftsbeziehungen zum Irak bemühen und um die Wahrung von Sicherheit und Einheit des Iraks, wenn der Irak zum Freund des Irans wird.

So ist es im Fall der Sowjetunion, Amerikas, Frankreichs und der anderen.  Das ist die Tatsache.  Wenn Ihr Nachbar Ihr Feind wird, wünschen Sie ihm, daß er schwach wird. 
Aber wenn er Ihnen zum Freund wird, wünschen Sie ihm das Beste.  Aus diesem Grund wünschen wir beispielsweise, daß die Türkei auf einen blühenden, stabilen Niveau verbleibt.  Sie nimmt in ihren Beziehungen zum Irak eine Haltung ein, die sich von der Haltung Irans unterscheidet.  Sie fragen: "Was wollen Sie vom Iran?"  Oder die Frage wird gestellt: "Stimmen Sie als Iraker der Teilung des Irans zu?"  Ich antworte Ihnen: Wenn wir dem zustimmen würden, hätte ich es Ihnen gesagt.  Wir haben es aber nicht entschieden.

Als der Krieg ausbrach, lag die Teilung des Irans nicht in seiner Absicht.  Es war eine Antwort auf den vom Iran erklärten und realisierten Krieg gegen uns und unsere Sicherheit, gegen die Souveränität des Iraks und die der Araber.  Auch diejenigen, welche die arabische Staatsangehörigkeit tragen und auf der iranischen Seite standen, wurden verächtlich behandelt.  Scheinbar mögen manche von ihnen die Erniedrigung.  Gewiß ist jeder, der auf der Seite des Ausländers gegen die  Araber steht, zu verachten.  Einige arabische Länder schicken Verantwortliche von hohem Rang nach dem Iran.  Sie mußten zwei Wochen in Teheran warten, bis sie empfangen und offiziell behandelt wurden.  Zwei volle Wochen lang!  Ihre Flugzeuge kreisten vier Stunden in der Luft bis sie Landeerlaubnis erhielten.  Dann wurden sie, ich weiß nicht wie lange, auf dem Flughafen festgehalten.  Für solche verachtenswerten Leute ist es besser, wenn sie auf der Seite des Feindes stehen, damit sie vor der arabischen Nation und ihrem Volk entlarvt werden.

Vielleicht glauben Sie, die Iraker wollten den Iran teilen.  Das war nicht unter unseren Beschlüssen, als der Krieg ausbrach.  Aber wenn der Iran auf seiner feindlichen Haltung gegenüber dem Irak und den Arabern beharrt, sollten die irakischen Häupter dieses Thema besprechen.  Die Einkalkulierung, auf die ich schon hinwies, sollte in dem irakischen oder arabischen Plan vorkommen.  Jede Seite, die an unserer Stelle stünde, sei es die Sowjetunion, die dem Iran benachbart ist, oder sei es Frankreich, würde die Dinge so betrachten.

Wir werden auf jeden Fall den legitimen Interessen der Welt und der internationalen Sicherheit gegenüber verantwortungsvoll handeln, weil wir die Vitalität dieses Gebiets, indem wir uns befinden, kennen.  Da wir auch wissen, daß sich 60% der Ölreserven der Welt im Golfgebiet befinden und ein hoher Prozentsatz des Öls aus dem Gebiet des Arabischen Golfs kommt, betonen wir immer die Wichtigkeit einer freien Binnenschiffahrt in der Straße von Hormuz und im Arabischen Golf.

Es nutzt also nicht nur dem Irak und der arabischen Nation, obwohl sie ein Anrecht darauf haben, daß die drei arabischen Inseln ihren legitimen Besitzern, dem Staat der arabischen Emirate also, zurückgegeben werden.  Die Inseln Tumb-Al-Kubra, Tumb-Al-Suhra und Abu Musa wurden 1971 usurpiert.  Es ist im Interesse der Welt, im Interesse eines jeden, der einen legitimen Anspruch hat, die Sicherheit des Golfgebietes, der Schiffahrtslinien und der Meerenge von Hormuz zu sichern.  Deswegen sollte die iranische Seite unser Recht auf den Schatt-Al-Arab und auf den usurpierten irakischen Boden sowie alle arabischen Rechte voll anerkennen.  Der Schatt-Al-Arab muß irakisch-arabisch bleiben, wie er war.  Die Zwischenlösungen können der Sicherheit des Gebietes nicht dienen.  Wenn die drei Inseln vom Iran nicht befreit werden, sollte die Welt einen anderen Krieg gegen den Iran erwarten, damit diese Inseln ihren Besitzern zurückgegeben werden.  Die Inseln sind arabisch, weil ihr Boden und ihre Nationalität arabisch ist.  Es ist etwas anderes, wenn der betreffende Regierende unfähig ist, diese Inseln mit Waffengewalt oder mit anderen Mitteln zurückzuerobern.

Die Araber, nicht die Araber der nationalen Zugehörigkeit nach, sondern mehr die Araber, die dem Denken und dem Prinzip nach uns verbunden sind, halten es für ihre Verantwortung, den usurpierten arabischen Boden zurückzuerobern.  Der Irak ist der Meinung, daß der usupierte Boden, welcher Jordanien gehört, in gleichem Maße eine jordanische wie irakische Verantwortung ist.  Es ist auch die Verantwortung der Araber im Sudan, Ägypten, Syrien, der Arabischen Halbinsel und im Golfgebiet und überall.

Wenn es nun einmal zum Krieg gekommen ist, sollten alle Rechte ein für allemal geregelt werden, damit sich die Welt beruhigt und ihre legitimen Interessen gewahrt werden.  Damit basieren die Beziehungen auf einem klaren Fundament.  Denn wie stellen Sie sich die Lage der Welt vor, wenn der Krieg nach fünf oder zehn Jahren nochmal ausbrechen würde und das angebotene Öl die Nachfrage nicht deckt? 
Dann wird die Weltmit einer großen wirtschaftlichen Krise konfrontiert werden, oder es wird zu einem neuen Weltkrieg kommen.  Also, wenn schon einmal der Krieg zwischen uns und dem Iran entfesselt wurde, sollten alle Rechte präzise und legitim geregelt werden, damit die Iraner selbst Ruhe finden.  Die Iraner finden Ruhe, wenn sie die usurpierten Rechte aufgeben, die den anderen gehören, und sich nicht mehr auf den Krieg und dessen Möglichkeiten vorbereiten.  Auch die Iraker, die Araber im arabischen Golfgebiet, die Welt - alle finden Ruhe.  Infolgedessen wird keiner der Verlierer sein, denn "es gibt keinen Verlierer außer dem Teufel."  Ich meine nicht nur Amerika, den größten Teufel!  Der Teufel in Teheran und Qum ist der richtige Teufel.  Dieser ist der größte Teufel.

Sie fragen nach den Verlusten, und ob sie groß oder klein sind...  Bei Gott, ich habe keine Waage, um sie zu wiegen.  Aber ich sage: Sehen Sie, die Iraker machen sich darüber keine Sorgen.  Das bedeutet nicht, daß die Iraker den Sinn der Verluste wissenschaftlich nicht begreifen.  Die Denkweise in Qum und Teheran erfaßt den Sinn der Verluste nicht, weil sie keine Zeitung lesen, kein Fernsehen sehen, kein Radio hören.  Sie gehen nicht unter die Leute, um zu sehen, wie die Leute leben.  Sie begreifen die Bedeutung des Mangels in der Lebensmittelversorgung nicht.  Sie begreifen es nicht, wenn der Mensch die kulturellen und gesellschaftlichen Errungenschaften verliert.  Wir begreifen das alles, denn die Iraker halten die Augen offen, um den Himmel, den Boden, die Gewässer, die Wirtschaft, die Männer, die Kinder und Frauen des Iraks zu verteidigen.  Unsere wirtschaftliche Lage ist gesund.  Unsere Pläne für das Jahr laufen weiter.  Unser Fünfjahresplan wird im Jahre 1981 beginnen.  Mehrere Milliarden irakischer Dinar - nicht Dollar - werden dafür ausgegeben werden.  Das geschieht zusätzlich zu dem laufenden Budget.  Wir werden vorangehen, auch wenn die Öllieferung noch fünf Jahre eingestellt wird.  Mühe und Anstrengungen seit dreizehn Jahren müssen ein Ergebnis hervorbringen.

Nun haben wir ein internationales Ansehen erlangt.  Es gibt jene Partner, die uns beim Umgang miteinander vertrauen.  Aber wer traut den Herren in Teheran?  Welche Sicherheit gibt es, wenn einer von ihnen heute mit irgendeiner Bank einen Vertrag schließt und morgen einer kommt und sagt, er fühle sich an diesen Vertrag nicht gebunden, weil sein Vorgänger unberechtigt und verantwortungslos gewesen sei?  Im Iran haben sie das getan.
Wir halten unsere Verpflichtungen immer ein.  Glauben Sie mir, es gibt Staaten und Banken, die sich ungefragt mit uns in Kontakt setzten, um uns zu fragen, ob wir finanzielle Hilfe brauchen.  Wir bedankten uns dafür.

Unsere Sorge um das Wachstum ist eine grundsätzliche Frage in unserem Leben.  Wir haben diese Frage mit der gleichen Aufmerksamkeit weitergeführt, als wir 1974 die widersetzlichen Nester zwölf Monate lang, von März 1974 bis März 1975, bekämpften.  Die Wachstumsprojekte liefen während des Kampfes weiter.  Auch diesmal läuft das Wachstumsprogramm trotz des Kampfes weiter. 
Dadurch erhalten wir den Irak mächtig, stark und leistungsfähig, um so der Nation zu dienen.

Frage: Sind Sie mit der Haltung der arabischen Länder außer Syrien und Libyen gegenüber dem Krieg zwischen Ihnen und dem Iran zufrieden?
Warum äußerten die arabischen Golfstaaten nicht ihre Unterstützung für den Irak, obwohl sie durch den Iran mehr gefährdet sind als Sie?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Jordanien, Japan und Großbritannien.)

Präsident: Sind wir zufrieden? 
Die Zufriedenheit ist relativ.  Wir sind mit jeder Haltung einverstanden, die mit unserer Haltung vergleichbar ist.  Denn wir würden uns so verhalten, wenn der Iran mit einem anderen arabischen Land kämpfen würde.  Wenn der Iran Kuweit angriffe, dann unterstützten wir Kuweit mit Waffen und unsere Armeemarschierte in das iranische Territorium ein, wie es jetzt der Fall ist.  Wir haben unsere eigene Theorie, die besonders diejenigen unter Ihnen, die keine Araber sind, vielleicht nicht verstehen können.

Unsere Heimat ist in 22 Teile geteilt.  Niemand von Ihnen hat eine Heimat, die in 22 Teile zerrissen ist.
Es sind 22 Teile und trotzdem fürchten sie uns, besonders Israel.  Er hat recht, weil dieses Land das Land der Propheten ist, welches weder die Tyrannei des Zionismus noch Unterdrückung duldet.  So behaupten sich immer noch Kolonialismus, Zionismus und jene Mächte, die durch die Teilung der arabischen Nation Nutzen haben, um die arabische Nation in noch weitere 22 Teile aufspalten zu können.

Dies ist einer der Faktoren, die zeigen, wie lebendig unsere Nation ist.  Wir als Araber und Iraker stellen uns in den Dienst der arabischen Nation und deren Mission, auch jene, welche innerhalb der irakischen Gesellschaft ihre nationalen Besonderheiten haben.  In diesem Zusammenhang bestimmte unsere Partei deutlich, daß kein Widerspruch zwischen den nationalen Besonderheiten der Nicht-Araber in der arabischen Gesellschaft und dem gemeinsamen Kampf besteht.  Denn sie stehen auf der Seite der Araber, um die hohen Ziele der arabischen Nation zu erreichen.  Wir als Iraker kämpften im Krieg 1967 und 1973 auf der Seite der Araber, die unter den Ausländern litten, ohne danach zu fragen, ob der Araber oder der Fremde der Angreifer sei.  Vielleicht sind Sie der Meinung, dies sei eine ignorante und chauvenistische Auffassung.
Nein, es ist unser Schicksal.  Wir haben ohne unsere Solidarität von diesem Ausmaß keine Zukunft.  Wir raten aber den Arabern, sich den Ausländern gegenüber nicht falsch zu verhalten.  Wenn der Ausländer aber versucht, die Souveränität, Würde, Interessen und die Sicherheit des Arabers zu verletzen, dann stehen wir auf der Seite der Araber nicht nur mit dem Wort, sondern mit der Waffe.

Sie fragen also nach der Zufriedenheit, nach der prinzipiellen Zufriedenheit.  Wir wünschen von den Arabern eine solche Haltung, selbst wenn wir sie nicht nutzen.

Wir wollen eine Bereitschaft von diesem Maß.  Wir möchten den Araber, der uns sagt: "Meine Armee, meine Männer sind bereit, euch zu helfen."  Solche Haltung erfüllt uns mit Zufriedenheit.  Was geringer als das ist, nimmt die Grade des Glaubens an, wie es unsere Richtung des Glaubens bestimmt.  Unser Prophet sagt: "Wer von Euch eine verbotene Handlung sieht, soll sie mit seiner Hand ändern.  Wenn er es nicht kann, dann soll er das mit seiner Zunge tun.  Wenn er es nicht kann - dann mit dem Herzen.  Wer sich aber gegen diese verbotene Handlung nur mit dem Herzen richtet, hat den schwächsten Glauben."

Nach dieser Auffassung sind die Araber gegliedert, abgesehen natürlich von der offiziellen Haltung der schon von Ihnen erwähnten bekannten Seiten.  Wenn diese Haltung Ihnen nicht bekannt wäre, würde ich darüber außer zu Arabern nicht sprechen.  Denn es tut uns leid, wenn wir solche Dinge vor Nichtarabern erwähnen.  Die Haltung der anderen Araber gliedert sich in Stufen.  Allgemein betrachtet ist die arabische internationale Haltung nach unserer Schätzung vor dem Krieg, besser als die Wahrscheinlichkeiten, die wir uns in den schlimmsten Schätzungen vorstellten.

Frage: Es sprach sich herum, daß die USA im Begriff seien, die Lieferung von Waffen und Ersatzteilen in den Iran wiederaufzunehmen und den wirtschaftlichen Boykott Irans aufzuheben.  Welchen Einfluß hat ein solcher Schritt auf die militärische Haltung des Irans während des Krieges, auf Ihre militärische Haltung gegenüber dem Iran, auf Ihre politische und wirtschaftliche Haltung gegenüber den USA und den anderen Ländern, die ihre Beziehungen mit dem Iran wieder aufnehmen?
(Diese Fragen wurden von internationalen Presseagenturen und Journalisten aus folgenden Ländern gestellt: Großbritannien,USA, Jordanien, Qatar, Holland, Libanon, Saudi Arabien und Türkei.)

Präsident: Wir haben während des Krieges nicht mit der Freundschaft Amerikas gerechnet.  Wir fürchten uns nicht, wenn Amerika und andere Länder sich bereit zeigen, den Iran mit Ersatzteilen und Waffen zu versorgen.  Sie taten es ohnehin durch den sogenannten Schwarzmarkt.  Haben Sie von einem Schwarzmarkt gehört, wo Flugzeuge vom Typ F14 und F5, Phantoms, Panzer vom Typ Chieftain und M60 usw. verkauft werden?  Ich habe vor diesem Krieg nie von einem Schwarzmarkt für solche modernen Waffen gehört, die man in den Gemüseläden der Volksviertel kaufen kann, und wo solche Ersatzteile zu finden sind, mit denen einige Leute uns zu schrecken versuchen.

Wir fürchten uns nicht, wie Sie sehen.  Wir beschlossen, uns diesmal nicht zu fürchten, welcherlei Waffen sie auch besitzen mögen.  Sie werden herausfinden, daß wir für jede gegen uns gerichtete Waffe eine geeignete Waffe dagegen haben.  So wird der Kampf in gleicher Weise fortgesetzt, bis sie unsere Rechte anerkennen.  Nichts wird uns davon abhalten, weder Ersatzteile, die sie von da und dort bekommen, noch die Waffen, von denen sie sprachen.  Denn, ehrlich gesagt, fehlt es ihnen nicht an Waffen, sondern an anderen Dingen, d.h. sie waren vor allem im Unrecht.  Das Recht ist nicht auf ihrer Seite und der iranische Soldat fragt sich, warum er kämpft.

Der iranische Soldat würde gern Bani Sadr und Chomeini fragen: "Habt Ihr nicht gesagt, daß wir jeden Augenblick Bagdad erreichen können?  Warum haben wir es noch nicht erreicht?"  Wir haben die Iraker nicht getäuscht.  Wir bildeten uns nichts ein.  Wir redeten nichts eigensinniges.
Wir sagten den Irakern die Wahrheit.  Was wir höchstens einmal sagten, war, das in der Mustansiria vergossene Blut sei nicht umsonst gewesen.  Sie erklärten aber den Iranern: "Wenn die iranische Armee sich nach Bagdad wendet, kann keiner sie davon abhalten.  Sobald wir ein Kommunique herausgeben, wird die sogenannte bathistische Regierung und Saddam Hussein gestürzt werden.  Wenn wir eine Rede halten, dann werden alle Iraker uns applaudieren." 
So sagten sie, aber die Iraker sind mit dem Messer in der Hand gegen sie vorgegangen.  Das ist die irakische Ehre.  Das ist die Ehre der Iraker und ihr Gefühl für den Irak und die Araber.  Fragt der Iraner nun nicht Bandi Sadr: "Warum habt Ihr uns in diesen Krieg verwickelt?  Warum habt Ihr Eure Nachbarn überfallen?  Warum habt Ihr ihre Städte und ihre Wachstationen angegriffen?  Weil die Iraker ausdauernd und geduldig blieben, denn sie konnten durchaus in einer anderen Weise antworten, habt Ihr dann ihre Städte bombardiert.  In diesem Moment verloren die Iraker ihre Geduld."

Die Iraner sagten ihrer Regierung: "Die Iraker geben den besetzten Boden zurück.  Dagegen solltet Ihr ihre Rechte, die Souveränität des Iraks und die der arabischen Nation, die Sicherheit und den Anspruch auf gute Beziehungen der Nachbarschaft anerkennen."

Das sind legitime Fragen.  Aber womit konfrontiert uns der Iraker?  Er hat keine Frage, die er an uns stellt, weil wir zum Krieg gezwungen wurden.  Wir verteidigen durch diesen Krieg die Sicherheit, die Ehre, die Souveränität und die Rechte des Irakers.  Nun fühlt sich der Iraker als Gewinner.  Es ist ein großer Erfolg, denn der Iraker bekämpft die arroganten Rassisten außerhalb der Grenze tief in ihrem Territorium.  Während der Iraker kämpft, sind die Frauen und die Kinder des Iraks behütet.
Er kämpft 110 km tief in iranischem Territorium entlang einer 550 km langen Front.  Die geringste Tiefe, welche unsere Armee erreicht hat, ist 20 km.  Die Iraker haben den Feind dazu gebracht, seine Wunden auf seinem eigenen Territorium zu lecken.  Das allein ist genug; es hat die Zerstörung unserer Wirtschaft verhindert und die Sicherheit und Ehre unseres Landes geschützt.  Wenn die Umstände es erfordern, diese Situation in einen ausdauernden Zustand zu verwandeln, werden die Iraker es tun.  Was könnte aber Chomeini, der sie zwei Jahre lang belogen hat, den Iranern antworten?  Sagte er nicht, daß die Iraker der iranischen Armee Beifall klatschen würden, sobald die iranische Armee in den Irak eindringt?  Sagte er nicht, die iranische Armee sei in der Lage, die irakische Armee zu schlagen und die Stadt Bagdad zu erobern?
Was würde Chomeini, der einen unrechtmäßigen Krieg führt, den Iranern antworten?  Was könnte er ihnen angesichts der eindeutigen Logik der Iraker, ihrer Bereitschaft, den besetzten Boden zurückzugeben, sagen?

Die Iraner sollen den Anspruch auf unseren Boden anerkennen.  Akzeptiert ihr unsere Sicherheit, bewahren wir Eure Sicherheit.  Wir akzeptieren Eure Angelegenheiten, Ihr sollt die Rechte der Araber und Iraker akzeptieren.
Was kann Chomeini oder Bani Sadr den Iranern antworten?

Wir werden diese Ersatzteile nicht fürchten,kommen sie vom Schwarzmarkt oder durch offizielle Wege.
Was können sie noch bringen?  F16?  Laßt sie!  Wir werden sie abschießen.  Das Flugzeug F14 wurde bekämpft und abgeschossen mit der MIG21.
Denn der Iraker brachte die F14 zum Absturz, weil er seine Vernunft und sein Herz gebrauchte.  Einige von Ihnen pflegten die Araber mit der "Phantom" zu schrecken.  Die Araber fürchten sie nicht mehr, weder das Neutron noch Phosphor noch Napalm.
Auf jede dieser Bomben werden wir antworten.  Wenn sie chemische Kampfmittel verwenden, werden wir auch etwas dagegen einzusetzen haben.  An welche Art sie auch immer denken werden, der Irak wird eine entsprechende Antwort finden.

Der irakische Geist erbrachte in dieser kurzen Zeit während der zwei Monate Leistungen, die für uns nicht erstaunlich sind.  Aber wir wollten sehen, wie der irakische Geist in dieser Zeit arbeiten kann.  Nicht weil wir das brauchten, sondern weil wir den irakischen Geist prüfen wollten!  Er brachte Leistungen, die sonst nur von fortschrittlichen Ländern geschafft werden. 

Unsere Männer strömten unbegrenzt an die Front.  Ich kann dafür keine Zahl setzen.  Wenn die Front eine Million braucht, schicken wir eine, braucht sie zwei Millionen, schicken wir zwei, braucht sie drei, schicken wie drei.
Das Hauptproblem, dem wir und die anderen Parteimitglieder und Verantwortlichen begegnen, ist, daß jeder zur Front gehen will und die Plätze nicht ausreichen.  Das ist die kritische Lage.  Wir sollen Platz für die Iraker und die Irakerinnen finden.  Die Irakerinnen bestehen darauf zu kämpfen.  Versuchen Sie nicht, uns zu schrecken.  Wir werden uns nicht fürchten.  Wir haben uns entschlossen, uns nicht zu fürchten.  Unsere Haltung?  Es ist selbstverständlich, ich sage es deutlich, daß wir versuchen, die unsympathische Haltung nicht zu vergessen.  Wir werden uns so verhalten, wie es der gegenwärtigen und zukünftigen Haltung auf der irakischen und arabischen Ebene entspricht.  In der Dritten Welt haben wir auch einen Einfluß.  Wir werden gegen jeden arbeiten, der versucht, sich gegen uns zu stellen.  Wer zu uns steht, wer es auch sein mag, dem werden wir seine gute Einstellung nicht vergessen.

Frage: Es gibt eine Frage zur Zahl der iranischen Kriegsgefangenen und zur Zahl der nicht-iranischen Kriegsgefangenen und eine Frage zu deren Staatsangehörigkeit.  Wie hoch ist die Zahl der irakischen Kriegsgefangenen?  Mehrere Fragen gibt es nach dem iranischen Ölminister.
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Saudi Arabien, Jordanien und Kuwait.)

Präsident: Warum wurde Ihnen und gewissen Kreisen der iranische Minister plötzlich so teuer?  Ich meine die Kreise, die an uns Schreiben schicken, damit wir den iranischen Minister freilassen.  Warum sollen wir ihn freilassen?  War er in den Straßen von Paris beim Spazierengehen?  Und brachten wir ihn von dort nach Bagdad?  Was sollen wir mit jemanden machen, der mit anderen Kriegsgefangenen auf dem Schlachtfeld gefangengenommen wurde und den internationalen Gesetzen gemäß behandelt wurde?  Er ist ein Kriegsgefangener wie jeder andere.  Wer deshalb an eine Schlichtung den iranischen Minister betreffend denkt, sollte aufgeben.  Wir sagen denjenigen durch Ihre Vermittlung, daß er diese Angelegenheit aufgeben soll.  Es ist schändlich.  Das sei nicht objektiv und sei ungerecht?  Warum?  Weil er Minister ist?  Gut, wenn ich in den Straßen Teheran spazierengehen würde, ließe mich Chomeini verhaften, oder nicht?  Der iranische Ölminister ist ein Kriegsgefangener.  Die Gesetze der Gefangenschaft gelten auch für den iranischen Minister, den internationalen Verträgen gemäß.

Die Zahl der irakischen Kriegsgefangenen möchte ich Ihnen nicht nennen, weil wir vorhaben, von den Iranern die Zahl anzufordern, die sie in den offiziellen Kommuniques bekanntgeben.  Der Tag wird kommen, an dem wir uns an einen Tisch setzen und jede Seite ihre Kriegsgefangenen zurückfordert.
Wir werden die Iraner auffordern, die in den iranischen offiziellen Kommuniques bekanntgegebene Zahl von Kriegsgefangenen zu übergeben.  Es macht uns also nichts aus, wenn wir ihre Listen annehmen und deshalb korrigieren wir ihre Zahl nicht.  Was die Zahl der iranischen Kriegsgefangenen betrifft, beträgt sie mehrere Hunderte.

Frage: Wir beurteilen Sie die Lage der inneren Front im Irak?  Können wir die Namen derjenigen erfahren, die Sie als Versager oder Verräter erwähnten?  Verhielten sich diese Personen individuell oder gehörten sie einer widersätzlichen Organisation an?  Kann man die Lage der inneren Front im Irak mit der im Iran vergleichen?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Saudi Arabien und London.)

Präsident: Ich überlasse es Ihnen, die irakische innere Front mit der iranischen zu vergleichen.  Sie sind im Irak und Sie sind unsere Gäste.  Der Ausländer ist Gast und der Araber ist in seiner Heimat.  Wir haben nichts Verbotenes.  Gehen Sie, wohin Sie wollen.  Der irakische Boden und das irakische Volk sind vor Ihnen.  Gehen Sie, sehen Sie die Leute!  Lesen Sie in den Augen der Kinder und der Frauen, die die Ehre der Witwenschaft haben, die einen Vater, einen Sohn, einen Bruder oder den Ehemann verloren haben!  Sehen Sie die Iraker bei ihrem Alltag und während der Luftangriffe, wenn sich die Gelegenheit ergibt!  Die Iraker sind unzufrieden, weil die Flugzeuge über Bagdad, Basra und über dem Ölgebiet Kerkuk weniger geworden sind.  Sie sagen, daß keine Flugzeuge mehr kommen.
Sie wollen mehr von den iranischen Flugzeugen, damit sie sie vernichten können.  Wenn Sie das alles in Betracht nehmen, werden Sie die unbedingte Schlußfolgerung ziehen und wissen, daß Sie schreiben sollen, wie es ist.
Gehen Sie nach Dezful, nach Muhammara von unserer Seite aus, nach Abadan mit unserer Genehmigung, nicht mit ihrer, nach Ahwaz mit unserer Genehmigung zu einem Punkt, der ungefähr sieben Kilometer von Ahwaz und mehrere Kilometer von Dezful entfernt liegt, wo wir nach unserem Plan sind.  Das betrifft Qasr Shireen und Mehran.
Ich meine, Sie können zu jenen Städten gehen, für die Sie unsere Erlaubnis brauchen und die Sie jetzt schon haben.  Wenn Sie die Genehmigung der Iraner wollen, dann versuchen Sie Ihr Glück.  Wenn sie Ihnen erlauben, den Iran zu betreten, werden Sie die Lage sehen und vergleichen können.

Frage: Kann man die Namen der Verräter erfahren?

Präsident: Wir betrachten jeden, der auf der Seite des persischen Feindes steht und die Kriegslage ausnutzt als Verräter.
Das sind wenige.  Wenn die Zahl erwähnenswert wäre, hätten Sie sie erfahren.  Wir haben davon geredet, ehe Sie davon durch irgendeine andere Seite erfuhren, weil unser Ziel das Volk ist; trotz allem Respekt für Ihre Meinung.  Manche unserer Brüder fragten uns nach der Zahl der Verräter, ob sie fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig wäre.
Warum sollten wir es ihnen sagen?  Wir sagen ihnen, daß unser Volk die Verräter kennt.  Wer davon hört, daß Verräter betraft wurden, weiß warum.  Alles geschieht im Hellen.  Wir mögen die Finsternis außerhalb der Luftangriffe nicht.
Die Zahl der Verräter, glauben Sie mir, fällt mir nicht ein.  Es sind etwa vier oder fünf, denen die Ehre des Kampfes anvertraut worden war.  Solch eine Anzahl in solch einem Krieg hat eine Bedeutung, deren Einschätzung ich Ihnen überlasse.  Trotzdem vergessen wir nicht, den Irakern und Irakerinnen zu sagen, daß solche Männer keinen Platz unter uns haben, auch wenn sie wenige sind.  Auch der Sohn wird ein Impuls für den Vater sein, wenn er zögert.  Denn der Vater muß befürchten, daß eines Tages die Kinder in der Schule seinen Sohn beleidigen, weil der Vater in unserem Krieg versagt hat.  Jeder Kämpfer wird daran denken, wenn er eines Tages unsicher wird.  Er wird an seine Frau denken, die in seinen Augen liest, daß er kein tapferer Held ist und nicht wie die anderen irakischen Ehemänner ist, die vom Schlachtfeld kommen.
Wenn er daran denkt, wird er seine Schwäche überwinden, um vorwärts zu gehen.

Frage: Sind Sie im Fall von Verhandlungen mit dem Iran bereit, sich aus der Provinz Arabistan zurückzuziehen?  Entsprechen Ihre Bedingungen dafür den Bedingungen für den Rückzug aus den anderen iranischen Gebieten?
Welcher Art sind diese Bedingungen? 
Ist es möglich, diese Provinz dem Irak einzuverleiben oder dort einen unabhängigen Staat zu gründen? 
Stimmen Sie zu, der Provinz Arabistan innerhalb des Irans oder des Iraks die Autonomie zu gewähren?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus Jordanien, der BRD, Saudi Arabien und Kuweit.)

Präsident: Wir sagten mehrmals und bei verschiedenen Gelegenheiten wenige Tage nach Kriegsausbruch, und wir betonen heute noch unseren Entschluß, daß wir bereit sind, dem Iran entgegenzutreten, nachdem er gegen uns aggressiv wurde, und daß dieser Entschluß keinen Anspruch auf iranisches Territorium enthielt.  Wir betonen immer noch, daß wir uns von dem iranischen Territorium zurückziehen, wenn die iranischen Verantwortlichen bereit sind, unsere Rechte anzuerkennen.  Wenn die Ansicht der Arabistaner, der Kurden, der Belutschen oder der Aserbaidshaner in eine andere Richtung geht, ist das etwas anderes.  Wir als Iraker haben unseren deutlichen Entschluß und unsere klare Haltung.  Alles ist klar, unsere Rechte, unser Boden, unsere Souveränität über den usurpierten arabischen Boden.  Das iranische Territorium ist auch deutlich zu definieren.  Nur Chomeini hat seine eigenen Grenzen.
Wo ist die Landkarte vom Iran?  Chomeini hat bis jetzt nicht gesagt, wo die Grenzen des Irans liegen.  Fragen Sie ihn danach?  Sie werden sehen, daß er Ihnen keine Antwort geben kann.  So werden Sie verstehen, wie expansionsbegierig er ist.  Fragen Sie die iranischen Verantwortlichen, ob sie genau sagen können, wo ihre Grenze mit dem Irak und mit den Arabern im Golf auf dem Wasser und Land verläuft.  Sie werden sehen, daß sie dem zu entkommen versuchen, weil sie auf Kosten der Araber Expansion betreiben.

Frage: Wie würden Sie sich die Form eines dauerhaften Friedens und einer stabilen Beziehung zwischen Ihnen und dem Iran vorstellen?  Welche Garantie gibt es Ihrer Meinung nach, daß nicht eine zum Krieg führende Spannung entsteht?
Würden Sie zweiseitige oder lieber regionale Garantien im Rahmen der Organisation der Islamischen Konferenz der Bewegung der Nichtpaktgebundenen oder einer internationalen Organisation wie der UNO annehmen?
(Die Fragen wurden gestellt von Presseagenturen und Journalisten aus den USA, der Schweiz, der Türkei, der BRD, Indien, Saudi Arabien, Großbritannien und Kuweit.)

Präsident: Wir haben bei mehr als einer Gelegenheit von den Grundsätzen gesprochen, die unserer Vorstellung nach gute und normale Beziehungen zwischen uns und dem Iran garantieren.  Für uns als Iraker und Araber kann ich einige dieser Grundsätze zusammenfassen:

Die Iraner sollen unsere Rechte so akzeptieren, wie wir ihre Rechte akzeptieren.  Gewalt soll kein Prinzip für illegitime Ansprüche sein.  Wir sollen gegenseitig die Sicherheit, die Souveränität und den Weg respektieren, der jeder im Leben gewählt hat.

Die Art der Sicherheit, die wir bevorzugen, ist mit den grundlegenden Fragen verbunden, die normale Beziehungen zwischen uns und dem Iran sichern, entweder als Iraker allein oder als Iraker innerhalb der arabischen Nation.
Aufgrund dieser Vorstellungen ziehen wir es vor, den Konflikt mit dem Iran auf zweiseitiger Basis zu lösen.

Die Garantie zur Respektierung dieser Beziehungen muß zweiseitig sein; jeder respektiert die Rechte des anderen.  Was die anderen Araber und den Iran betrifft, so sollte mehrseitige Anerkennung der Rechte und Sicherheit geben.
Wenn es sich herausstellt, daß dies nicht möglich ist, dann können wir an größere Sicherungen denken.

Frage: Herr Präsident, hier ist eine Frage über den Umfang der Schäden, die dem Atomreaktor zugefügt wurden.  Die Antwort darauf wurde schon gegeben. 

Die letzte Frage kommt von der türkischen Presse.
Wie schätzen Sie die irakisch-türkischen Beziehungen unter der Führung von General Kenan Evren ein, besonders nachdem Sie eine Delegation nach dem Ausbruch des irakisch-iranischen Krieges nach Ankara geschickt haben?

Präsident: Unsere Beziehungen zur Türkei sind immer gut und positiv gewesen.  Mit der Türkei verbinden uns ernste Interessen, und es gibt ein gemeinsames Verständnis für die Wichtigkeit dieser Angelegenheiten und die Herstellung von guten nachbarschaftlichen Beziehungen, welche beide respektieren.  Unsere gegenwärtigen Beziehungen zur Türkei unter der Führung von General Kenan sind gut.  Wir hoffen, daß sich diese Beziehungen weiter entwickeln.  Die von uns geschickte Delegation hatte den Auftrag, die Beziehungen zwischen uns und der Türkei zu noch einem besseren Grad zu entwickeln.
Das Entgegenkommen seitens der türkischen Verantwortlichen ist gut.

Frage: Bekamen Sie von der Organisation der Bewegung der Nichtpaktgebundenen irgendwelche festen Angebote?

Präsident:  Die Organisation der Bewegung der Nichtpaktgebundenen versucht, die Rolle der sogenannten Schlichtungskommission zu übernehmen, und wir haben sie frühzeitig dazu ermutigt.
Wir ermutigen sie immer noch, auf diesem Weg weiterzugehen, nicht aus Furcht vor der Zukunft, wie die Iraner es zu erklären versuchen, sondern entsprechend unseren national-patriotischen Angelegenheiten und unserer Verantwortung für die Sicherheit und legitimen Ansprüche seitens der Organisation der Bewegung der Nichtpaktgebundenen.
Sie schlug vor, eine Kommission von sechs Vertretern zu bilden.  Dem stimmten wir zu.  In der Folge sollte sich diese Kommission um die iranische Seite bemühen.  Gleiches haben wir mit den Bemühungen der Islamischen Konferenz getan.  Wir würden es mit jeder internationalen Initiative tun, um einen gerechten Frieden im Gebiet zu verwirklichen, um einen Waffenstillstand zu erzielen, um direkte Verhandlungen zwischen uns und dem Iran durchzuführen und um die Rechte beider Länder festzulegen.

In Erwiderung auf andere Fragen, sagte der Herr Präsident: Sie möchten die Position der anderen arabischen Staaten wissen?  Ihre Haltung ist deutlich: Der Schlechte sagt selbst, ich bin schlecht, und der Gute hat seine Haltung schon eindeutig wie es sein soll geäußert.

Auf eine andere Frage, sagte der Herr Präsident: Ich spreche über die Haltung der arabischen Staaten ohne Namen zu nennen.
Wenn die Anwesenden nur Araber wären, hätten wir ihnen alles gesagt.  Da sich unter den Anwesenden Ausländer befinden, werde ich über die Araber nichts Negatives sagen. 

Der Herr Präsident sagte als Antwort auf eine andere Frage: Sobald sich die Araber zusammenfinden, ist es schon ein Erfolg.  Wenn sie bessere Entschlüsse fassen, ist es ein zusätzlicher Erfolg.  Wir unterstützen immer organisierte regelmäßige Treffen der Araber.  Denn bei jeder Gelegenheit ergibt sich etwas Positives zum Nutzen der arabischen Nation.

Frage: Sie haben schon von den Atomeinrichtungen gesprochen.  Aber Sie erwähnten den Umfang der Schäden nicht.  Haben Sie vor, die Atomwaffe, d.h. die Atombombe herzustellen oder zu beschaffen?

Präsident: Ich sagte, daß die Männer, welche die Atomreaktoren brachten, in der Lage sind, andere zu bringen, wenn jene zerstört werden.  Diejenigen haben sich geirrt, die glauben, daß sie uns durch irgendeinen Versuch davon abhalten können, mit dem Atom im richtigen wissenschaftlichen Rahmen umzugehen.  Wir werden versuchen, die Atomkraft durch unser Blut zu bekommen, um den wissenschaftlichen Fortschritt des Iraks in der Art zu garantieren, welche die internationalen Gesetze und Verträge, die wir unterzeichnet haben, respektiert.  Wir haben den Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen unterzeichnet.  Deshalb sollten Sie an Israel, das in diesen Tagen viel klagt und die angeblichen irakischen Bomben fürchtet, die Frage stellen, warum und für wen wurde die israelische Atombombe geschaffen?

Frage: Hat der Irak vor, das Öl auf dem freien Markt zu verkaufen oder gilt das Rotterdammer System?  Werden sich die Preise ändern?

Präsident: Der Irak ist ein Mitglied in der OPEC und an deren Beschlüsse gebunden.  Sobald der Irak in der Lage ist, wieder Öl zu liefern, werden die Freunde zuerst kommen.  Freunde kommen gradweise, so wie sie sich in Zeiten der Krise verhalten haben.

In der Antwort des Präsidenten Saddam Hussein auf eine Frage eines Journalisten aus dem arabischen Golfgebiet sagte er: Die wirklichen Araber sind mit uns.  Die Verfälschten in diesem Gebiet stellten sich auf die Seite ihrer Herren.
Wir wissen, daß die Haltung der echten Araber an der Seite ihrer Nächsten ist.

Als Antwort auf eine andere Frage eines Journalisten sagte der Präsident: Wir haben die Grundschulen und Mittelschulen wieder geöffnet.  Wir nahmen Rücksicht auf die Kinder in den Grundschulen und in den Kinderheimen und Kindergärten.  Wenn wir überzeugt sind, daß wir die Dienste der Jugend in den Oberschulen und Universitäten an wichtigeren Stellen nicht brauchen, wird das Studium wieder aufgenommen.  Diese Jugendlichen werden zur Zeit an den Waffen ausgebildet.  Ich sage es Ihnen, damit Sie es Ihren Brüdern, den Arabern, weitersagen, daß die Iraker solange ständig Männer an die Front strömen lassen können, bis der Gegner ihre Rechte gänzlich anerkennt.

Frage eines Korrespondenten der New York Times: Ihre Truppen eroberten einige Gebiete im Iran und marschierten bis zu einem gewissen Grad vor.  Können Sie uns sagen, wieweit Sie marschieren werden und wann Sie stehen bleiben, in Dezful oder an irgendeiner anderen Stelle?

Präsident: Bis zu einem "gewissen Grad", was meinen Sie damit?

Korrespondent: Entschuldigen Sie, ich meine, Sie eroberten Choramshar oder al-Muhammara und Ihre Truppen blockieren zur Zeit die Stadt Abadan und greifen Dezful und Ahwaz an.
Wenn Sie vorhaben, die lebenswichtigen wirtschaftlichen Linien des Irans anzugreifen, haben Sie anscheinend die Iraner erniedrigt, was das Öl betrifft.  Werden Sie nur die Ölanlagen und die Ölquellen angreifen und erobern, oder werden sie andere Städte erobern, nachdem Sie die Ölquellen erobert haben?

Präsident: Ich möchte klarstellen, daß wir die Iraner nicht "erniedrigen" wollen, weil wir sogar unsere Feinde nicht erniedrigen.  Aber wir bekämpfen unseren Feind.  Deshalb drehen wir den iranischen Herrschern den Arm um.  Wenn diese Zwangslage ihnen nicht reicht, werden wir weiterdrehen, um unsere Rechte wiederzuerlangen.  Denn es gibt noch anderes als Pipelines und Raffinerien, das nicht weit von den Stellungen der irakischen Armee entfernt ist.  Wir wenden den Grad des Armverdrehens an, der den Gegner zwingt, "Halt" zu schreien.

Frage von der Zeitschrift "Times": Ist es in Ihrem Plan, in Arabistan eine Provinz zu gründen, die sagen wir, unabhängig ist oder von Arabern regiert wird?

Präsident: Wir haben die Frage schon beantwortet.

Frage: Herr Präsident, haben Sie vor, an der in Amman Ende dieses Monats vorgesehenen arabischen Gipfelkonferenz teilzunehmen?  Glauben Sie, daß der Frage der Araber durch ein Zusammentreffen von denjenigen, die der arabischen Frage treu sind, und denjenigen, die ihre Gegner sind, gedient wird?

Präsident: Wir sind gegen eine Teilung der arabischen Nation in Achsen.  Wir rufen zu ihrer Einheit in Form und Wesen auf.  Deshalb sagten wir, daß wir die Durchführung der Gipfelkonferenz zum festgesetzten Zeitpunkt unterstützen.  Wir unterstützen diese wie wir andere Konferenzen auch unterstützt haben.
Und da dies eine Konferenz der Staatsoberhäupter ist, ist es natürlich, daß die arabischen Staatsoberhäupter anwesend sind, mit Ausnahme jener, die widersächliche Umstände haben.  Wir werden unser Bestes für das Gelingen und den Erfolg der Konferenz tun.

Frage: Sie haben einen Vertrag mit Frankreich, der Sie mit 60 Mirage-Flugzeugen versieht.  Würden Euer Exzellenz sich dazu äußern?

Präsident: Unsere Beziehungen zu Frankreich sind sehr gut.  Wir achten unsere Verpflichtungen und Verträge mit Frankreich.  Die Franzosen haben oft bestätigt, daß sie ihre Verpflichtungen gegenüber dem Irak akzeptieren.
Sie werden also sehen, ob die französischen Flugzeuge uns eine zusätzliche Macht verleihen.  Wir haben unseren Feind vor der Ankunft des französischen Flugzeuges geschlagen.

Wir betrachten diese Frage als die letzte Frage.

Wir haben alle diese Zusatzfragen beantwortet, um Ihnen einen Gefallen zu tun.

Danke!




NACHTRAG:
Interessant nach dem Obengenannten ist auch folgendes: Nach einer in der Zeitschrift "Cicero" erschienen Zusammenfassung eines Buches von Wolfram Bensch ("Der Doppelmord von Uwe Barschel") sei Barschel am 11. Oktober 1987 nicht in der Badewanne ertrunken, sondern an Vergiftung gestorben.  Er habe von Lieferungen verbotenen Kriegsgeräts an die feindlichen Parteien im Golfkrieg zwischen 1980 und 1988 erfahren, Schlewsig-Holsteins Häfen für den Waffenhandel sperren und die Ausbildung iranischer Piloten durch israelische Fluglehrer stoppen wollen.  Dies seien Gründe gewesen, dem aus dem Amt geschiedenen CDU-Politiker zum Schweigen zu bingen. 


die WFG-Schriftleitung