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Britische Strafexpedition gegen Benin und Kunstraub - 1897



(Quelle: Schrifttafel - Völkerkunde Museum Berlin)


Die Arroganz und Selbstgerechtigkeit der Europäer führte in Benin zu einer Katastrophe.
Zu Beginn des Jahres 1897 kündigte der britische stellvertretende Gouverneur einen Besuch in Benin an, doch ließ ihm der König mitteilen, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, da ein wichtiges Ahnenfest bevorstehe und er dann keine Fremden empfangen dürfe.  Dennoch brach der stellvertretende Gouverneur mit sieben britischen Begleitern und 200 afrikanischen Trägern auf.
Entrüstete Würdenträger aus Benin überfielen vermutlich ohne Wissen des Königs die unbewaffnete Gruppe und töteten sechs der Europäer. 
England antwortete mit einer Strafexpedition, die am 19. Februar 1897 Benin einnahm und die Stadt und den Palast in Schutt und Asche legte.  Viele Menschen verloren ihr Leben, eine Reihe von Notabeln wurde abgeurteilt und hingerichtet.  Den damaligen König Ovonramwen verbannte man nach Calabar, wo er 1914 starb.
Bei diesem Kriegszug wurden jene Kunstwerke erbeutet, die heutzutage zu den Höhepunkten der afrikanischen Kunst gerechnet werden.

König von Benin
(Bildquelle: Völkerkunde Museum - Berlin)
König Ovonramwen während seiner Gefangennahme


Vor allem die Bronzearbeiten erlangten in Europa auf Grund ihrer technischen und künstlerischen  Qualität geradezu sensationelles Ansehen.  Zunächst wollte man nicht glauben, dass Afrika so bedeutende Werke hervorgebracht haben könne, und schrieb sie ägyptischen, griechischen und portugiesischen Einflüssen zu.  Auch dachte man an den ominösen "verschollenen Europäer", der sie geschaffen haben könnte.

Kunstraub
(Bildquelle: Völkerkunde Museum - Berlin)
Wieder einmal raubten Mitglieder des britischen Empires wertvolle Kunstgegenstände


Um die wissenschaftliche Erforschung der Benin-Kunst hatte sich schon früh Felix von Luschen verdient gemacht, der von 1885 bis 1911 am Museum für Völkerkunde Berlin wirkte und seit 1905 der Afrikanisch-Ozeanischen Abteilung vorstand.  Bereits 1901 stellte er sie neben die beste europäische Kunst - ein für die damalige Zeit bemerkenswertes Urteil: "Diese Benin-Arbeiten stehen nämlich auf der höchsten Höhe der europäischen Gusstechnik.  Benvenuto Cellini hatte sie nicht besser gießen können und niemand weder vor ihm noch nach ihm, bis auf den heutigen Tag.  Diese Bronzen stehen technisch auf der höchsten Höhe des überhaupt Erreichbaren."