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Der Angriff auf Vichy | |
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| (Quelle: DMZ-Magazin Nr. 52 Juli/August 2006) Englands
geheimer Krieg gegen Frankreich
Ohne die starke englische Einflussnahme hätte wohl Frankreich am 3. September 1939 kaum Deutschland den Krieg erklärt. Das Land befand sich innenpolitisch in einer labilen Lage. Die Wirtschaft hatte sich noch nicht völlig von der Weltwirtschaftskrise von 1929 erholt. Starke rechts- wie linksradikale Kräfte standen sich feindlich gegenüber. Der Wille zum Kampf bei einem eventuellen außenpolitischen Konflikt war in weiten Kreisen nur schwach ausgebildet. Und dass Frankreich 1939 auf Drängen Englands nur darum Krieg führen sollte, weil das Deutsche Reich eine Verkehrsverbindung nach Ostpreußen beanspruchte und den Anschluß der durch das Versailler Diktat als unabhängiger Staat vom Reich abgeschnittenen deutschen Stadt Danzig forderte, das sahen breite Bevölkerungsschichten nicht ein. "Mourir pour Danzig ?"- „Sterben für Danzig?“ Diese Frage war in Frankreich eine weit verbreitete Parole. Acht Monate lang war nach der
französischen Kriegserklärung
an der Front Ruhe. Die Heere nahmen in
den jeweiligen Grenzbefestigungen, der angeblich unbezwingbaren
Maginotlinie
auf französischer und dem Westwall auf deutscher Seite, ihre
Stellungen ein,
ohne dass es zu größeren Kampfhandlungen kam.
Bezeichnenderweise wurde diese Phase des Krieges in
Deutschland
„Sitzkrieg“, in Frankreich „komischer Krieg“ („Drôle de guerre“)
genannt. Nur gelegentlich wurde die Ruhe
durch
Spähtrupps sowie durch Lautsprecherpropaganda gestört. Die französischen Kräfte waren durch
ein
britisches Expeditionskorps in der Stärke von zuletzt etwa zehn
Divisionen
verstärkt, so dass sich an der Grenze zwei Gegner mit etwa der
gleichen Anzahl
von Divisionen gegenüberstanden, wobei die
französisch-britische Seite ein
erhebliches Übergewicht an Panzern aufwies.
Offensive der Wehrmacht Am 10. Mai 1940 trat die deutsche Wehrmacht zur Offensive an. In kurzer Zeit war die französisch-britische Front durchstoßen. Zwei Wochen nach Beginn des deutschen Angriffes gab das Londoner Kriegsministerium dem britischen Expeditionskorps in Frankreich bereits die Erlaubnis, sich in Richtung Dünkirchen zurückzuziehen; kurz darauf erteilte die britische Admiralität den Befehl, Dünkirchen zu evakuieren. Einen Tag später begann die Einschiffung des britischen Expeditionskorps zum Rückzug nach England – zum Entsetzen der sich tapfer wehrenden Franzosen. Eine britische Division nach der anderen schiffte sich ein und verschwand in Richtung Westen, die französischen Verbündeten allein im Kampf lassend. Gleichzeitig aber beschwor der britische Premierminister Winston Churchill die Franzosen, den Kampf weiterzuführen. Sogar als bereits nahezu alle französischen Streitkräfte entweder in deutscher Gefangenschaft oder eingekesselt waren, forderte Oberst Charles de Gaulle, der in England eine Exilregierung gründen wollte, seine Landsleute zum weiteren Widerstand auf. Aber Frankreichs militärische Lage war aussichtslos. Der französische Ministerpräsident Paul Reynaud trat zurück. Da eine Einberufung der Nationalversammlung in dieser Lage unmöglich war, baten Minister sowie die Präsidenten der Republik und der Kammern den bisherigen Vizepräsidenten, den Helden des Ersten Weltkrieges Marschall Henri Philippe Pétain, das Amt des Staatschefs zu übernehmen und Waffenstillstandsverhandlungen mit Deutschland und dem mittlerweile in den Krieg eingetretenen Italien aufzunehmen. Das geschah durch Vermittlung der spanischen Regierung. Waffenstillstand in Compiégne Nach wenigen Tagen Verhandlungen wurde der Waffenstillstandsvertrag in Compiégne unterzeichnet. Die Bedingungen waren, wie auch heute zugegeben wird, anständig und nicht zu vergleichen mit jenen, die Deutschland 1918 akzeptieren musste. Frankreich stellte in allen Gebieten, im Mutterland wie in den Kolonien, den Kampf gegen das Deutsche Reich ein und legte die Waffen nieder. Etwas mehr als die Hälfte Frankreichs wurde von deutschen Truppen besetzt, der übrige Teil blieb frei. In ihm durfte Frankreich eine Armee von bis zu 100.000 Mann unterhalten. Die Kriegsflotte sollte in bestimmten Häfen zusammengezogen und abgerüstet werden. Die deutsche Regierung versicherte im Waffenstillstandsvertrag der französischen Regierung „feierlich, dass sie nicht beabsichtigt, die französische Kriegsflotte im Krieg für ihre Zwecke zu verwenden.“ Die französische Regierung verpflichtete sich ihrerseits, keinerlei feindselige Handlungen gegen das Deutsche Reich zu unternehmen. „Sie wird auch verhindern, dass Angehörige der französischen Wehrmacht außer Landes gehen oder dass Waffen und Ausrüstungen usw. ins Ausland verbracht werden.“ Die französische Regierung musste die Besatzungskosten tragen. Die im französischen Gewahrsam befindlichen deutschen Gefangenen waren zu entlassen. Der abschließende Paragraph der 24 Absätze umfassenden Vereinbarung bestimmte, dass Deutschland jederzeit den Waffenstillstandsvertrag kündigen könne, „wenn die französische Regierung die von ihr durch den Vertrag übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt.“ Ein überaus gewichtiger
Teil betraf,
wie sich bald
herausstellte, die französische Flotte. Sie
war eine der stärksten Seestreitkräfte der
Welt. Die deutsche Regierung hatte
zugesichert,
sie sich keinesfalls anzueignen, und es gab, wie sich nach dem Krieg
herausstellte, auch keine derartigen Pläne. Die
Franzosen wiederum hatten sich im
Waffenstillstandsvertrag
verpflichtet, die Kriegsschiffe abzurüsten und in vereinbarten
Häfen
zusammenzuziehen. Diese Häfen
befanden
sich in Toulon und Mers-el-Kebir bei Oran sowie Dakar, die beide in
französischen Kolonien lagen. Weitere
Einheiten lagen im marokkanischen Casablanca, kleinere Ansammlungen in
Beirut
im Libanon, in Martinique, in Madagaskar und Saigon, damals alle zum
französischen Weltreich gehörend. Die
Streitkräfte hatten den Auftrag, das französische Imperium
gegen jedermann zu
verteidigen. Das bedeutete auch, dass
für den Fall, dass Deutschland entgegen der Abmachungen des
Waffenstillstandsvertrages den Zugriff auf die Schiffe wagen sollte,
die
Besatzungen ihre Schiffe versenken mussten. Das
hatte im Vorfeld der für die Marine
zuständige Admiral Francois
Darlan den Engländern mit seinem persönlichen Ehrenwort
ausdrücklich
zugesichert.
Briten wollen französische Flotte ausschalten Doch das britische Kriegskabinett beschloß wenige Tage nach Unterzeichung des deutsch-französischen Waffenstillstandes, die französische Kriegsflotte auszuschalten. Zunächst überfielen britische Truppen die französischen Schiffe, die im Laufe der letzten Monate in englische Häfen gelangt waren. Sie drohten, sie mitsamt der in ihren Unterkünften eingeschlossenen Besatzungsmitglieder zu versenken, wenn ihnen die Schiffe nicht übergeben würden. So mussten sich die französischen Seeleute ergeben, was nicht ohne Widerstand abging. Es gab Verwundete und sogar Tote. 10.000 französische Besatzungsmitglieder wurden in Großbritannien interniert. Nur ein geringer Prozentsatz von ihnen meldete sich später zu den „Freien Franzosen“ unter de Gaulle zum Kampf gegen Deutschland. Am 3. Juli 1940 erschienen in der Bucht von Mers-el-Kebir der britische Schlachtkreuzer „Hood“, zwei Schlachtschiffe, zwei Kreuzer, elf Zerstörer und der Flugzeugträger „Arc Royal“. Ein Emissär überbrachte dem französischen Oberbefehlshaber der im Hafen liegenden Kriegsschiffe, Admiral Marcel-Bruno Gensoul, folgende Forderung: Die französischen Kriegsschiffe sollten zu den Briten stoßen, um an ihrer Seite gegen Deutschland zu kämpfen. Seien die Franzosen dazu nicht bereit, könnten sie ihre Schiffe in einen britischen oder US-amerikanischen Hafen überführen. Lehnten sie diese Vorschläge ab, hätten sie die Wahl, ihre Schiffe zu versenken oder den Kampf gegen die britische Schlachtflotte aufzunehmen. Der französische Oberkommandierende lehnte jede Übergabe ab und unterrichtete seine Regierung im unbesetzten Teil Frankreichs. Von dort kam der Befehl: „Auslaufen, klar zum Gefecht!“ Daraufhin eröffnete der britische Flottenverband, der den Funkverkehr abgehört hatte, das Feuer. Verzweifelt versuchten die französischen Kriegsschiffe von ihren Ankerplätzen auszulaufen, was überaus schwierig war. Sie erwiderten das Feuer, so gut es ging. Ein Linienschiff geriet in Brand und kenterte, ein zweites wurde schwer beschädigt und musste auf Land gesetzt werden. Kleinere Einheiten wurden schwer getroffen. Ein Schlachtschiff und mehrere
Zerstörerführer konnten
entkommen und liefen unbeschädigt, unter dem Jubel ihrer dortigen
Kameraden in
Toulon ein. Ihnen folgten sechs
Kreuzer, die vor Algier gelegen hatten. Die
Verluste der französischen Kriegsmarine waren
hoch: Insgesamt fielen
1.300 Marinesoldaten.
"Völlige innere Wandlung" Die rücksichtslosen britischen Angriffe auf ihre Bundesgenossen bewirkten, wie die französischen Autoren Paul Auphan und Jacques Mordal in ihrem Buch Unter der Tricolore schrieben, „eine völlige innere Wandlung der französischen Marine, die bis dahin ausnahmslos pro-britisch gewesen war.“ Im September 1940 griff ein starker britischer Flottenverband den französischen Hafen Dakar in Französisch-Westafrika an, um eine Landung britischer und „freifranzösischer“ Truppen vorzubereiten. Die der legalen französischen Regierung gegenüber treuen Flotteneinheiten und die Küstenbatterien schossen zurück und wehrten erfolgreich den Angriff ab. Als Antwort griffen französische Bombenflugzeuge mehrmals den britischen Stützpunkt Gibraltar an und beschädigten im Hafen liegende Schiffe. Versuche der Briten, Dakar anzugreifen und einzunehmen, misslangen, so dass die Briten ihre Unternehmungen abbrechen mussten. Nach und nach gelang es den Alliierten, die meisten französischen Kolonien auf ihre Seite zu ziehen. Im Mittleren Osten griffen die Briten zusammen mit der ersten von de Gaulle aufgestellten „freifranzösischen“ Division Syrien sowie den Libanon an, beides französische Mandatsgebiete. Von Palästina aus stießen sie auf Beirut und Damaskus vor, später von Mesopotamien aus auf die syrische Ostgrenze. Die dort stationierten schwachen französischen Kräfte verteidigten sich tapfer; beide Seiten erlitten hohe Verluste. Deutsche Angebote, Frankreich militärisch zu unterstützen, lehnte Staatschef Pétain allerdings ab. Er wollte den neutralen Status erhalten und nicht mit Großbritannien in den Kriegszustand geraten. Am 14. Juli 1941 mußten
die
französischen Truppen die Briten
um Waffenstillstand bitten. Die
Soldaten gerieten in Gefangenschaft. Versuche
der Briten, sie zum Eintritt in die
„freifranzösischen“
Einheiten zu bewegen, schlugen weitgehend fehl. 90
Prozent der gefangenen Franzosen verlangten die Repatriierung
nach Frankreich, weil sie nicht für England kämpfen wollten.
Eroberung Madagaskars Die vor der Westküste Afrikas liegende Insel Madagaskar, größer als das französische Mutterland, wurde Anfang Mai 1942 von einem großen britischen Flottenverband angelaufen. Madagaskar wurde von 4.000 Soldaten, unter ihnen 800 Europäer, verteidigt. Die Aufforderung zur Übergabe beantwortete der Befehlshaber der Insel mit den Worten, man werde sich „getreu der Tradition der französischen Streitkräfte bis zum Ende verteidigen.“ Die gelandeten britischen Truppen stießen auf heftigen Widerstand. Der Hauptort der Insel, der moderne Hafen Diego Suarez, wurde nach Bombenangriffen von den Briten eingenommen, die Insel nach und nach aufgerollt. Die wenigen dort stationierten Schiffe gingen verloren; nur zwei konnten entkommen. Als nach Monaten die Insel unter britischer Herrschaft war, zählte die englische Seite 109 Tote und 284 Verwundete, die französische 200 Tote und 500 Verwundete. Im November 1942 landeten US-amerikanische und britische Truppen an der Küste Algeriens, auf dem Territorium Frankreichs, das nach dem Willen der französischen Regierung neutral war. Daraufhin brach die Regierung Pétain die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab und gab ihren Truppen den Befehl, die US-amerikanischen Landungsversuche abzuwehren. Der französische Marineminister Darlan, der sich gerade in Nordafrika aufhielt, schloß angesichts der sich verschärfenden Kämpfe mit den Truppen der Vereinigten Staaten einen Waffenstillstand und verkündete, dieser solle für alle französischen Besitzungen in Afrika gelten. Als weitere alliierte Landungen in Marokko durchgeführt wurden, sah das Deutsche Reich sich genötigt, den bisher unbesetzten Teil Frankreichs militärisch zu besetzen, um die Mittelmeerküste zu sichern. Vollständige Besetzung Frankreichs Wie sich Frankreich weiter verhalten sollte, darüber gab es in der Regierung unter Marschall Pétain heftige Meinungsverschiedenheiten. Inzwischen hatte sich abgezeichnet, dass die deutsche Wehrmacht in der Sowjetunion auf größte Schwierigkeiten stieß, so dass sich die Ansicht verstärkte, Deutschland werde den Krieg nicht gewinnen. Als daher deutsche Besatzungstruppen im November 1942 den Hafen von Toulon erreichten, wo der größte Teil der französischen Kriegsflotte lag, gab deren Befehlshaber, Admiral Jean de Laborde, den Befehl, die Schiffe zu versenken. 77 der stärksten Marineeinheiten Frankreichs gingen unter. Nachdem Frankreich ganz und gar von deutschen Truppen besetzt war, kündigte Staatspräsident Pétain am 5. Dezember 1942 die Auflösung aller französischen Truppen an. Die Soldaten wurden demobilisiert und entlassen. Es erfolgte eine Neuorientierung der französischen Politik, da sich die deutsche Niederlage immer deutlicher abzeichnete. Frankreich trat wieder in den Krieg ein. In den von den Alliierten eroberten Gebieten wurden die „freifranzösischen“ Truppen mit denen der legalen französischen Regierung vereinigt, wobei deren höchste Offiziere vor Kriegsgerichte gestellt wurden. Mannschaften, Unteroffiziere und die unteren und mittleren Offiziersdienstgrade wurden von den auf westalliierter Seite kämpfenden Einheiten übernommen, wobei dies nicht ohne Spannungen ablief. Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland In den Häfen Frankreichs aber arbeitete die deutsche Kriegsmarine gut mit vielen französischen Marineoffizieren zusammen, aber auch mit leitenden Persönlichkeiten sowie mit den Arbeitern der Werften, die für Deutschland Schiffe bauten und reparierten. Der Bürgermeister einer kleinen baskischen Stadt sagte damals: „Als es hieß, die Deutschen kämen, haben wir unsere Frauen in die Berge getrieben und dort versteckt; wir waren auf Schreckliches gefasst. Aber dann waren die Truppen da, und sie machten Musik und spielten mit unseren Kindern. Von da an waren wir gute Freunde.“ Und ein im Kriegshafen Brest eingesetzter junger deutscher Marineoffizier berichtete: „Noch am 1. Mai 1944 haben wir gemeinsam mit unserem französischen Hilfspersonal im Stützpunkt gefeiert. Das Stammpersonal hatte ein Karussell und eine Luftschaukel gebaut. Kaffee und Kuchen durften nicht fehlen. Die Franzosen waren mit Kind und Kegel gekommen.“ Natürlich war kein Franzose über die Besetzung seines Landes durch eine fremde Macht erfreut, doch hatte das Verhalten der deutschen Soldaten die vorhandenen Feindbilder bei dem weitaus größten Teil der Franzosen abgebaut, wovon nicht zuletzt die vielen Kinder zeugen – man schätzt die Zahl zwischen 100.000 und 200.000 -, die aus deutsch-französischen Verbindungen während der Kriegszeit hervorgegangen waren. Schließlich darf nicht
vergessen
werden, dass mindestens
30.000 Franzosen während des Zweiten Weltkrieges in uniformierten
Einheiten auf
deutscher Seite im Einsatz standen, unter ihnen etwa 12.000 in den
Reihen der
Waffen-SS und Tausende in der Wehrmacht in den Einheiten der „Legion
des
volontaires francais contre le bolchevisme“ („Französische
Freiwillige gegen
den Bolschewismus“), die ab 1942 als (franz.) Infanterieregiment 638
geführt
wurde.
Wende des Kriegsglücks Die Beziehungen zwischen den deutschen Besatzungssoldaten und der französischen Bevölkerung wurden erst gespannt, als sich mit der Wende des Kriegsglücks immer deutlicher die deutsche Niederlage abzeichnete und damit gleichzeitig ein Anwachsen der von England initiierten und geführten Partisanenbewegung zu verzeichnen war. Diese Verbände der „Maquis“ standen meistens unter dem Einfluß der Kommunistischen Partei, die bis zum Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges zumindest teilweise die deutsche Seite unterstützt hatte und erst dann auf die Gegenseite übergetreten war. Mit den vorrückenden siegreichen Truppen der US-Amerikaner, der Briten und der „Freifranzosen“ ergab sich für alle Franzosen die vermeintliche Notwendigkeit, möglichst zu beweisen, dass man Widerstand gegen die Deutschen geleistet hatte. Wie umfangreich das Zusammenwirken von Deutschen und Franzosen wirklich war, geht nicht zuletzt aus den Zahlen der sogenannten „épuration“ – der „Säuberung“ – hervor. „Bereits“ während der wilden Verfolgungen unmittelbar nach dem Abzug der deutschen Truppen kamen 10.519 Menschen zu Tode. Sie wurden ohne gerichtliches Verfahren erschlagen, erschossen, erhängt oder ertränkt“, schreibt der Militärhistoriker Professor Franz W. Seidler in seinem Buch Avantgarde für Europa. Bestätigte Quellen besagen sogar, dass 105.000 Franzosen ohne gerichtliche Urteile umgekommen seien. Mehr als 800.000 Kolaborateure kamen in Konzentrationslager und behelfsmäßige Gefängnisse, in denen das Foltern an der Tagesordnung war. Auch hier waren wieder die Kommunisten führend. |
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